Zum Nachhören: Astrid Kofler
Es gibt Gäste, bei denen ich schon beim ersten Schluck Kaffee merke: Das wird ein richtig gutes Gespräch. Astrid Kofler ist so ein Gast. Die Südtiroler Autorin, Journalistin und Filmemacherin hat viele Menschen zum Erzählen gebracht. Und manchmal sind es gerade die Geschichten der anderen, die uns selbst einen neuen Blick aufs Leben geben.
Passender könnte unser Treffen kaum sein: Am Allerheiligentag nehmen wir uns im Sonntagsfrühstück auf Südtirol 1 Zeit zum Ratschen. Nicht nur über das, was war, sondern vor allem über das, was wir daraus fürs Heute mitnehmen können. Denn wenn Astrid Kofler von ihren Begegnungen erzählt, geht es nicht nur ums Älterwerden, sondern auch um die Frage, wie wir gut durchs Leben kommen. Für ihre Bücher „Alles gut“ und „Alles wird gut“ hat sie mit Menschen gesprochen, die 90 Jahre und älter sind. Menschen, die noch musizieren, Karten spielen, Sport machen und einiges vorhaben. Was sie dabei überrascht hat? Dass es im Alter vielleicht gar nicht darum geht, immer weiterzukämpfen und noch mehr erreichen zu wollen. „Ich dachte mir oft, im Alter, da muss man weiterkämpfen. Aber ich glaub eher, dass es dieses Annehmen ist, das dir eine innere Zufriedenheit gibt. Und wenn du diese hast, dann kannst du das Leben viel besser annehmen.“ Das klingt eigentlich ganz einfach. Und ist doch eine Kunst, die wir im Alltag gerne vergessen. Immer noch ein bisschen mehr wollen, noch etwas erledigen, noch etwas erreichen. Dabei steckt in Astrids Erkenntnis eine schöne Einladung: Vielleicht dürfen wir öfter einmal sagen, so wie es gerade ist, ist es gut. „Ich glaub, wenn man das Leben annimmt und nicht immer mehr will, dann lebt man schlussendlich besser und in Frieden mit sich selbst. Wenn ich mit mir zufrieden bin, dann strahl ich das auch aus – und dann sind die Menschen auch ein bissl mehr in Frieden!“
Astrid Kofler bei Daniel Winkler - hier zum Nachhören:
