Wo Gesichter zu Geschichten werden: Gudrun Pichler im Sonntagsfrühstück
Ihre Arbeit beginnt dort, wo andere oft nur das fertige Ergebnis sehen. Im Hintergrund sorgt sie dafür, dass andere glänzen: die Maskenbildnerin Gudrun Pichler aus Meran. Ob am Theater oder für Film und Fernsehen – Maskenbild ist weit mehr als bloßes Schminken. Es verlangt Präzision, perfektes Timing und vor allem Vertrauen. Kaum jemand kommt Schauspielerinnen und Schauspielern so nah wie sie. Zwischen Nervosität vor dem Auftritt und Zeitdruck hinter den Kulissen wird sie nicht selten zur ruhigen Konstante und manchmal auch zur aufmerksamen Zuhörerin.
Gudrun Pichler hat bereits mit großen Namen gearbeitet, darunter Giorgio Moroder und Tobias Moretti, und war an Produktionen wie Honig im Kopf beteiligt. Doch ihr Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig. Aufgewachsen in Bozen, zeigte sich ihre kreative Ader schon früh, dass daraus einmal ein Beruf werden würde, war jedoch keineswegs selbstverständlich.
„Ich erinnere mich, dass ich schon als Kind versucht habe zu nähen. Ich bekam Stoffreste geschenkt und habe daraus einfach etwas gemacht – das waren meine ersten kreativen Versuche“, erzählt sie. Besonders fasziniert hätten sie auch schon früher Filme und Musicals der 40er- und 50er-Jahre: „Vor allem die Kleidung und der Stil haben mich begeistert – dieser rote Lippenstift …“
Diese frühen Eindrücke weckten ihre Leidenschaft, doch erst der Mut, neue Wege einzuschlagen, brachte sie an ihr Ziel. „Ich habe einige Berufe ausprobiert und bin dabei auch gescheitert, unter anderem als Anwaltssekretärin. Das hat mich überhaupt nicht erfüllt. Erst als ich als Maskenbildnerin gearbeitet habe, hat es in mir gekribbelt – da wusste ich: Genau das will ich machen.“ Gudrun Pichler an diesem Sonntag in Feuer und Flamme, ab 10:00 Uhr, bei Magdalena Duml.
