Über den Wolken: Die Hüttenfamilie im Becherhaus

Dort, wo die Luft dünner und die Landschaft karger wird, wo der Himmel näher rückt und die Welt unten plötzlich ganz leise wird, steht das Becherhaus – Südtirols höchstgelegene Schutzhütte auf 3.195 Metern. Wie ein Wolkenschloss thront es hoch oben, bereit, nach dem Winter langsam, aber sicher wieder aus seiner Stille zu erwachen.

Wenn am 20. Juni die neue Sommersaison beginnt, kehrt auch für Edeltraud und Lukas Lantschner wieder dieses besondere Leben in ihr außergewöhnliches zweites Zuhause zurück. Gemeinsam mit ihren drei Kindern ziehen sie jedes Jahr hinauf in eine Welt, die rau und gleichzeitig überwältigend schön ist: „Wir haben da unsere kleine, ganz persönliche Terrasse mit fantastischem Blick auf Sterzing hinunter. Auch da genießen wir gerne unsere Familienzeit so oft es geht.“

Die Vorbereitungen für den Hüttensommer laufen schon seit Wochen – vieles davon aus der Ferne, vieles nur mit Hubschrauberlogistik möglich. Denn oben auf über 3.000 Metern gelten eigene Regeln: Wetter, Wasser, Versorgung und Alltag folgen dem Rhythmus der Berge. Und trotzdem bleibt immer ein Stück Vorfreude, dieses Gefühl von „Heimkommen“, wenn die Hütte langsam wieder erwacht. „Das ist schon unser 21. Sommer auf dem größten Gletscher Südtirols. Zuerst waren wir auf der Müllerhütte, dann sind wir nach der Generalsanierung 2021 diesen Kilometer rüber aufs Becherhaus gezogen, und seitdem sind wir da.“

So entsteht jedes Jahr ein Hüttenalltag, der gleichzeitig herausfordernd und, mit Gästen aus der ganzen Welt, auch unglaublich erfüllend ist. Edeltraud und Lukas Lantschner an diesem Sonntag in Feuer und Flamme bei Magdalena Duml, ab 10:00 Uhr.