TUI-Chefin Ganthaler in "Feuer & Flamme"

Karriere machen – international, auf Topniveau und trotzdem fast ausschließlich vom Homeoffice in Südtirol aus: Für Anna Ganthaler ist das Alltag. Die junge Meranerin arbeitet in einer Führungsfunktion für TUI International und bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld, das gegensätzlicher kaum sein könnte: globale Konzernstrategien auf der einen, Heimatverbundenheit und Natur auf der anderen Seite.

„Ich war nie verbissen darauf, Führungskraft zu werden“, sagt Ganthaler. Vielleicht liegt genau darin ihr Erfolgsrezept. Statt Karriereplanung standen für sie immer Inhalte im Vordergrund. Heute verantwortet sie mit ihrem Team zwei zentrale Bereiche: Strategie und Entwicklung. „Also die Frage, wo soll sich der Konzern oder eine einzelne Fachabteilung hinbewegen, wie bleiben wir konkurrenzfähig. Hier reden wir von Milliarden an Investitionen“, erklärt sie nüchtern – und macht damit klar, auf welchem Level Entscheidungen getroffen werden. Dass sie für einen der größten Tourismuskonzerne der Welt arbeitet, bringt auch Vorteile mit sich. Auf die oft zitierte Frage nach günstigen Urlaubsangeboten antwortet sie: „Ja, sogar sehr viele. Der größte Vorteil ist aber, dass man auf der ganzen Welt Kollegen sitzen hat, die sich extrem gut auskennen und immer bereit sind zu helfen. Das ist mir wichtiger als jeder monetäre Rabatt.“ Fast 100 Prozent Homeoffice aus Südtirol – für viele ein Traum, für Ganthaler ein Balanceakt. „Homeoffice ist Fluch und Segen zugleich. Ich darf hier in meiner Heimat international arbeiten, muss mir aber gesellschaftliche Pausen bewusst selbst schaffen. Sonst vereinsamt man, auch wenn man virtuell ständig von Menschen umgeben ist.“ Den nötigen Ausgleich findet sie in der Natur. Am elterlichen Bauernhof am Deutschnonsberg, zwischen Schafen und Bienen. „Ich liebe diese Kombi: bodenständig sein und dann wieder diese hektische Welt in London, wo ich oft bin.“

Anna Ganthaler an diesem Sonntag in „Feuer und Flamme“ bei Daniel Winkler, ab 10 Uhr auf Südtirol 1.