Ski-Legende Isolde Kostner in "Feuer & Flamme"
Wenn wir in Südtirol über Skisport sprechen, führt kein Weg an Isolde Kostner vorbei. Die Grödnerin ist nicht nur die erfolgreichste Skifahrerin des Landes, sie ist eine der prägenden Figuren des internationalen alpinen Skisports. 51 Weltcup-Podestplätze, Weltmeistertitel, drei Olympiamedaillen – Zahlen, die für sich sprechen. Und doch erzählen sie nur einen Teil der Geschichte.
Heute blickt Kostner mit einer Gelassenheit zurück, die man aktiven Athleten oft erst mühsam beibringen muss. „Heute kann ich den Erfolg viel mehr schätzen als damals. Als Athlet trainiert man, möchte ganz vorn mit dabei sein – wenn man das dann schafft, dann möchte man immer nur gewinnen. Ich war oft auch 5. und 6. – das war immer eine Mega-Enttäuschung. Aber heutzutage denk ich mir, das war alles sehr gut so.“ Ihre Karriere endete leise – und sehr bewusst. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 wäre sie noch einmal dabei gewesen, doch dann kam das Leben dazwischen. Oder besser gesagt: dazu. „Mein ältester Sohn wurde Mitte Juli geboren und sobald ich wusste, dass ich schwanger bin, hab ich mir gesagt: jetzt hör ich auf.“ Der Skisport aber hat sie nie losgelassen. Im Gegenteil. Die Vorfreude auf die Heimspiele in Mailand–Cortina ist spürbar. „Ich freu mich sehr auf die sportlichen Ereignisse. Daheim sagen wir schon seit einem Monat: ‚im Februar schauen wir 2 Wochen Fernseher, alles was geht, alle Rennen‘. Sport ist mein Leben gewesen und ich bin immer noch mit dem Kopf drin.“ Auch Rückschläge gehören dazu. Einen schweren Sturz auf die Hüfte vor zwei Jahren kommentiert sie mit Humor – und Einsicht. „Da musste ich verstehen, dass ich in meinem Alter nicht mehr stürzen darf.“ Warum es passiert ist? „Die Bindung ist aufgegangen, ansonsten wäre ich nicht gestürzt.“ Sie lacht.
Typisch Isolde Kostner: ehrlich, bodenständig – und diesmal im Sonntagsfrühstück bei Daniel Winkler (ab 10 Uhr) auf Südtirol 1.
