G’sundes Südtirol: Stressfraktur oder Ermüdungsbruch

Gerade im Sommer sind wir hochmotiviert und machen mehr Sport, als gewohnt und gehen am Wochenende auch noch in die Berge und übertreiben es manchmal auch. Und so entstehen oft Stressfrakturen, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Bei einer Stressfraktur handelt es sich nicht um einen plötzlich auftretenden Knochenbruch, sondern um einen Ermüdungsbruch. Der Knochen gibt unter wiederholter Überbelastung nach und es entsteht ein extrem feiner Haarriss, der aber auch zu großen Problemen und Einschränkungen beim Sport sowieso und auch im Alltag führen kann.

Nach einer Stressfraktur tritt der Schmerz nicht sofort, schlagartig auf, sondern ist ein zunächst schleichender Prozess, der sich über Tage und Wochen aufbaut, immer auch belastungsabhängig. Das heißt, wenn man Ruhe gibt und sich nicht körperlich betätigt, spürt man fast gar nichts. Lastet dann aber wieder Gewicht auf dem betroffenen Fuß, tut es weh, beim Sport beispielsweise auch wieder mehr. Geben wir dann wieder Ruhe, lassen die Beschwerden auch wieder langsam nach.

Betroffene können meist punktgenau zeigen, wo die Stressfraktur passiert ist, so Dr. Thuile, bei Berührung tut die Stelle direkt weh, wenn man fester draufdrückt, tut es sogar höllisch weh. Oft bildet sich drumherum auch eine leichte Schwellung, das ist dann schon ein deutliches Anzeichen dafür, dass man damit schnellstmöglich um Arzt muss. Aber in den ersten 3 bis 4 Wochen sieht man die Stressfraktur auf Röntgenbildern gar nicht, im Unterschied zur Magnetresonanz, dafür ist so ein Haarriss viel zu fein. Erst sobald sich der sogenannte Kallus bildet, eine Art Kleber, mit dem sich der Knochen selbst heilt, sieht man es auch auf dem Röntgenbild.

Auch eine zunächst harmlos klingende Stressfraktur muss richtig behandelt werden und das beginnt mit dem Erkennen des Problems. Und dann heißt es vor allem auch für Sportler eine Pause einzulegen, auch kein leichtes Joggen, nicht mal langes Stehen, nichts Schweres tragen und das konsequent bis zu 6 Wochen lang. Meist bekommt man vom Arzt eine Schiene angepasst, die ganz wichtig ist für das normale Auftreten, damit der betroffene Knochen im Fuß nicht belastet wird. Der Riss ist meist nach 6 Wochen wieder stabil und ab dann kann man die Belastung auch wieder schrittweise steigern. Aber ganz langsam, auch jetzt braucht es noch Geduld, denn diese zweite Heilungsphase dauert auch wieder mindestens 5 Wochen, ein Lauftraining wird frühstens ab 12 Wochen empfohlen. Auch wenn man sich früher schon wieder fit fühlt, denn das ist der häufigste Fehler, dass man zu früh wieder anfängt mit der Belastung. Manche haben Glück uns alles geht gut, aber eher kommt es zu einem Rückfall und der Ermüdungsbruch tritt erneut auf.
 

In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.