G’sundes Südtirol: Outdoor-Sport im Winter
Trainingseinheiten im Freien sind derzeit nur etwas für Geübte, erklärt Dr. Christian Thuile.
Die liebgewonnene Winterwanderung am Sonntag zählt zwar auch zu gesunden Aktivitäten im Freien, von einer Outdoor-Sportart sprechen wir aber erst, wenn es ein regelmäßiges Training ist, also ab zweimal in der Woche und im Umfang von mindestens einer Stunde.
Von regelmäßiger Bewegung im Freien profitiert allen voran unser Immunsystem, denn die frische Luft stellt einen zusätzlichen Reiz dar, ist sozusagen eine Fleißaufgabe für unsere Abwehr und macht uns widerstandsfähiger. Es ist außerdem eine hochwirksame Vorsorgemaßnahme gegen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutdruckprobleme, Stoffwechselerkrankungen und auch Übergewicht und verbessert auch die Schlafqualität. Bei körperlicher Aktivität bei Tageslicht, kommen noch weitere positive Aspekte hinzu, wie eine anregende Wirkung auf unsere Psyche und die Vitamin-D-Produktion. Und natürlich trainieren wir draußen normalerweise bei einer besseren Luftqualität und wir haben auch ein geringeres Infektionsrisiko, da in einem Raum mit mehreren Personen Krankheitserregen leichter übertragen werden können.
Bei Kälte ist allerdings auch das Verletzungsrisiko erhöht, Muskelrisse kommen beispielsweise wesentlich häufiger vor. Diese ließen sich um rund die Hälfte durch gutes Aufwärmen reduzieren. Bei Temperaturen ab minus 5 Grad besteht auch Gefahr für das Herz-Kreislauf-System, wenn man nicht gut vorbereitet ins Outdoortraining geht. Durch unsere Bekleidung, die man je nach Bedarf an- bzw. ablegen kann, können Erkältungen oder gar Erfrierungen vermieden werden. Immer schlecht ist es, im Winter aber ganz besonders, wenn wir beim Sport keine Wäsche zum Wechseln dabeihaben. Gerade wenn wir schwitzen und aus unterschiedlichen Gründen stehenbleiben oder beispielsweise verschwitzt bergablaufen oder -fahren, holen wir uns ganz schnelle eine Erkältung.
Das Skilanglaufen ist ein optimales Ganzkörpertraining, eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Dabei wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt, der Stoffwechsel angekurbelt und es ist ohne Stoßbelastung auch bei Knie- oder Rückenproblemen geeignet. Wir nehmen dabei optimal Sauerstoff auf, rund 90% der Muskelmasse wird dadurch versorgt, das schafft keine andere Sportart. Es schaut vielleicht recht entspannt aus, aber der Stoffwechsel wird dabei schon gewaltig angekurbelt und wir verbrennen super Kalorien und regulieren nebenbei auch noch den Blutzuckerspiegel.
Das klassische Skifahren dient vor allem der Schnellkraft und hilft unsere Reflexe und Reaktionen zu verbessern. Wir trainieren damit auch unsere Muskulatur und die Knochen werden dichter und stabiler. Und vor allem stärken wir dadurch unsere Muskel-Hirn-Achse, was wiederum wichtig für unseren Gleichgewichtssinn ist.
Das Skitourengehen wird immer beliebter und dabei geht es vor allem um Ausdauer, Herz und Kreislaufsystem werden beim Aufstieg gut trainiert. Dabei kommt es bei vielen auch zur Verbesserung der so genannten psychischen Resilienz, diesen Effekt erreichen wir besonders gut in der Natur, bei körperlicher Anstrengung, denn dadurch sinkt der Cortisolspiegel und damit das Stresslevel.
Im Winter mit dem Laufen im Freien zu beginnen, ist keine so gute Idee, das ist eher etwas für Fortgeschrittene, mit entsprechender Bekleidung aber auch gut machbar. Eine der Herausforderungen hierbei ist die richtige Atmung, das Einatmen durch die Nase, damit die Luft etwas angewärmt wird, dabei hilft auch ein Tuch, das man sich über die Atemwege zieht.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
