G’sundes Südtirol: Morton-Neurom und Tarsaltunnelsyndrom
Der Begriff Morton-Neurom sagt den meisten erstmal nicht so viel, aber an diesem Problem im Mittelfuß leiden viele, erklärt Dr. Christian Thuile.
Mit einer schmerzhaften Gewebsverdickung an einem Nerv im Fuß, genannt Morton-Neurom, hat es immerhin 3-5 % der Bevölkerung bei uns zu tun. Man meint immer wieder einen störenden Kieselstein im Schuh zu haben, aber beim Versuch diesen zu entfernen, ist da nichts. Mit der Zeit treten die Beschwerden auch im Sitzen und im Liegen auf.
Am häufigsten wird das Morton-Neurom durch das Tragen von zu engen Schuhen ausgelöst und das nicht nur von eleganten Abend- und hohen Stöckelschuhen, sondern auch von Turnschuhen oder auch von Bergschuhen, die natürlich kaum nachgeben. Oft drücken Schuhe die beiden Fußränder so zusammen, dass der Nerv, der in der Mitte zwischen einzelnen Knochen verläuft, gequetscht wird. Dieser ist dann in seiner Funktion gestört und leitet die Impulse nicht mehr richtig weiter. Das kann auch bei sportlicher Überbelastung passieren, besonders bei Sportarten mit einer hohen Stoßbelastung auf den Vorfuß, wie das Laufen auf hartem Untergrund.
Dadurch kommt es zu diesem typischen Kieselsteingefühl und auch zu einem brennenden, stechenden Schmerz, der oft wie ein elektrischer Schlag empfunden wird. Das Brennen unten am Fußballen, kann bis in die Zehenspitzen ausstrahlen. Betroffene haben auch ein Taubheitsgefühl, es fühlt sich alles ein bisschen eingeschlafen an, verstärkt auch durch ein Kribbeln.
Beim Morton-Neuron sind natürlich als erstes die Schuhe zu wechseln, Linderung bringen auch orthopädische Einlagen und auch Physiotherapie und Fußgymnastik. Der behandelnde Arzt kann auch entzündungshemmende und schmerzstillende Infiltrationen einsetzen. Wenn das aber alles nicht hilft, muss man operieren, um so dem eingeklemmten Nerv wieder ausreichend Platz verschaffen.
Vom Tarsaltunnelsyndrom spricht man, wenn der Schienbeinnerv im Fußkanal unter dem Innenknöchel eingeklemmt ist, was ähnliche Beschwerden wie das bekanntere Karpaltunnelsyndrom an der Hand auslöst. Nämlich Schmerzen, Brennen, ein Taubheitsgefühl und ein Kribbeln auf der Fußsohle und Krämpfe bis in die Wade hinauf. Die Beschwerden verschlimmern sich bei längerem Stehen, können aber auch in Ruhe auftreten und beispielsweise nachts so richtig einschießen.
Der häufigste Auslöser für das Tarsaltunnelsyndrom sind nicht behandelte Fehlstellungen wie Knick-, Senk- oder Plattfüße, aber auch Verletzungen, wie Verstauchungen und Knochenbrüche oder auch Narbenbildung. Auch hierbei helfen Einlegesohlen, eigens angefertigtes Schuhwerk, die Arbeit mit Physiotherapeuten, eventuell Injektionen und als letztes Mittel wiederum eine Operation, um den betroffenen Nerv wieder freizulegen.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
