G’sundes Südtirol im Oktober: Stark im Herbst
Wenn die Tage kürzer werden und es in der Früh und am Abend schon recht frisch ist, das tut etwas mit uns, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Unser Körper reagiert auf den Wechsel der Jahreszeiten und das auf unterschiedliche Art und Weise und Intensität. Dabei ist weniger die sinkende Temperatur ausschlaggebend als das Licht, die reduzierten Sonnenstunden. Dadurch bekommt unsere innere Uhr andere Signale und das beeinflusst unseren Schlaf, die Hormone, die Körpertemperatur, die Leistungsfähigkeit, die Verdauung, selbst Haut und Haare, am meisten aber unsere Stimmung.
Jetzt kommt wieder die Zeit, wo es in der Früh noch dunkel ist, wenn wir das Haus verlassen und das bremst unsere Leistungsfähigkeit ein, wir fühlen uns allgemein müder, abgeschlagener und weniger aktiv. Im Sommer fällt es uns leichter nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen, wenn wir im Herbst nach Hause kommen, wirkt das Sofa, unser gemütliches zu Hause, oft viel verlockender. Wir bilden in dieser Jahreszeit einfach auch weniger Serotonin, unser Glückshormon und sind auch deswegen weniger unternehmungslustig.
Graue Herbsttage kommen bei fast jedem mal vor, so der bekannte Vorsorgemediziner, aber manche reagieren richtig stark darauf und wir sprechen vom so genannten „Herbstblues“. Damit ist eine –
typischerweise im Herbst auftretende – depressive Verstimmung gemeint, mit einer deutlich gedrückten Stimmung, einem Energieverlust, auch einem veränderten Appetit und einem erhöhten Schlafbedürfnis. Ein gesunder Schlaf ist allgemein eine wichtige, oft unterschätzte Säule, um auch gut durch den Herbst zu kommen. Das beste Mittel gegen den Herbstblues ist es, für mehr Licht zu sorgen und das am besten in Verbindung mit Bewegung an der frischen Luft. Oder anders gesagt: Gehen Sie regelmäßig raus und spazieren!
Die Natur liefert gerade im Herbst alles, was wir für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung brauchen. Viel frisches heimisches Obst und Gemüse voller Vitaminen, Mineralstoffe und abwehrstärkende sekundäre Pflanzenwirkstoffe und Ballaststoffe. Von Kürbis über Kohl, bis zu Äpfeln, Birnen, Trauben, Nüssen, natürlich auch die Kastanien und vieles mehr und sie alle stärken auch das Mikrobiom, unsere wichtige Darmflora.
Der Herbst hat auch so viel Schönes zu bieten: die Farben, die würzige Luft, das typische Essen, die Gemütlichkeit. Wir müssen also gar nichts dagegen finden, sondern versuchen unseren Körper etwas anzupassen, damit wir da gut durchkommen. Und da geht es nicht um eine alles entscheidende Maßnahme, ein Wundermittel, sondern um viele Kleinigkeiten, die uns gerade jetzt guttun.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
