G’sundes Südtirol: Die Musik-Therapie
Musik hebt nicht nur die Stimmung, sondern kann auch heilen. Musik bewegt und wirkt, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Wenn im Radio unser Lieblingssong läuft, singen wir direkt mit oder wir tanzen dazu, das zeigt schon, wie sehr uns Musik abholt und bewegt. Und das geht auch weit über die emotionale Ebene hinaus, die eigene Musiktherapie hat sich in vielen Bereichen bewährt, als Ergänzung zur klassischen Medizin. Und das funktioniert sei es, wenn wir selbst musizieren, als auch, wenn wir dafür geeignete Musik hören.
Im Rahmen einer Musiktherapie werden in unserem Körper auch Stoffe ausgeschüttet, die uns dabei helfen gesund zu werden, wie die so genannten Glückshormone Dopamin und Serotonin. Gleichzeitig sinkt dadurch der Cortisolspiegel und damit der allgemeine Stresspegel und erstaunlicherweise passt sich unser Herz dem Rhythmus der Musik an und das beeinflusst den Herzschlag.
Bemerkenswert ist auch die direkte Wirkung von Musik auf unser Gehirn, zeitgleich auf die unterschiedlichsten Bereiche, jede einzelne der Milliarden von Nervenzellen wird dadurch angesprochen und angeregt, wie bei einem höchsteffizienten Fitnesstraining. Sie kann auch eine wichtige Unterstützung bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen darstellen, wie der Demenz, denn durch Musik lässt sich unser Gehirn auch beim Verlust der Gedächtnisleistung trainieren, sie kann tiefliegende Erinnerungen wecken und so dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen.
Eines der wichtigsten Einsatzgebiete für die Musiktherapie ist die Psyche vor allem psychosomatische Erkrankungen. Bei Depressionen und Burnout kann sie helfen innere Blockaden zu lösen, Ängste zu überwinden und wieder Antrieb zu finden. Bei chronischen Schmerzen wirkt sie positiv auf das Schmerzempfinden im Gehirn, setzt die Schmerzschwelle nach oben, sodass diese weniger intensiv empfunden werden.
Schlaganfallpatienten lernen durch die Musiktherapie beispielsweise wieder das Sprechen, zuerst passiv, indem sie Musik hören und dann aktiv, indem sie probieren zu singen und dann auch wieder zu sprechen. Auch stark beeinträchtigte Bewegungsabläufe, wie eine halbseitige Lähmung, auch wenn Betroffene wieder Gehen lernen müssen, kann Musik eine entscheidende Unterstützung darstellen.
Auch in der Kinderheilkunde kommt die Musiktherapie zur Anwendung. Etwa bei Frühchen wirken beruhigende Klänge sehr positiv auf die Atmung und die körperliche Entwicklung. Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stellt Musik eine Möglichkeit dar sich auszudrücken und Kinder lernen dadurch auch sich mehr zuzutrauen, selbstbewusster und mutiger zu werden.
Und das Schöne bei der (von Experten begleiteten) Musiktherapie ist, dass man dafür keinen einzigen Ton treffen und auch keinen Akkord sauber spielen muss: es geht um die Wirkung nicht um die Virtuosität.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
