G'sundes Südtirol: Die innere Uhr im Herbst
Wenn das Tageslicht weniger wird, schaltet unsere innere Uhr einen Gang zurück, das ist ganz normal, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Dass viele im Herbst weniger Antrieb haben, regelrecht einen Leistungsknick erfahren, weniger Lust haben etwas zu unternehmen und sich insgesamt müder fühlen, liegt meist daran, dass wir im Laufe der kürzer werdenden Tage an immer weniger Tageslicht kommen. Für mehr Energie im Herbst ist es gar nicht das Wichtigste viele Vitamine und Mineralstoffe zuzuführen. Was wir wirklich brauchen, ist möglichst viel natürliches Licht und ein weitgehend gleichbleibender Tagesablauf: sind unsere Tage vernünftig getaktet, ist es auch unsere innere Uhr.
Wie wichtig unsere innere Uhr ist, ist in den letzten Jahren umfangreich erforscht worden und noch immer gewinnen wir neue Erkenntnisse darüber. Sie ist von größter Bedeutung für die Arbeit unserer Organe, hat Einfluss auf unsere Hormone und darüber auf unseren Stoffwechsel, die Verdauung, die Funktion der Leber, der Bauchspeicheldrüse, den Blutdruck und beispielsweise auch darauf wie Muskeln und Fettgewebe miteinander kommunizieren. Unsere Leistungsfähigkeit hängt von ihr ab und vor allem beeinflusst sie auch unser Immunsystem. Neueste Erkenntnisse zeigen aber auch wie entscheidend sie für einen gesunden Schlaf ist, unser Nervensystem und ganz allgemein für unsere Stimmung.
Der wichtigste Taktgeber für unsere innere Uhr ist das natürliche Licht, morgens ist es der entscheidende Impuls, um unseren Motor hochzufahren. Sonnenlicht wirkt dabei ganz anders als das künstliche Licht in Innenräumen, am meisten profitieren wir davon bis zur Mittagszeit. Daher ist es so wichtig, sich immer wieder Zeitfenster zu schaffen für Aufenthalte im Freien. Und diese nutzen wir am besten auch für etwas Bewegung, idealerweise 20 bis 30 Minuten am Tag. Besonders am Abend ist es nicht ideal sich lange künstlichem Licht auszusetzen, darauf reagiert unser innerer Rhythmus ganz empfindlich.
Indem wir natürliches Licht tanken, produzieren wir mehr Serotonin, das Glückshormon und wir schaffen auch die Voraussetzungen für die Produktion des Schlafhormones Melatonin. Wir brauchen aber auch regelmäßige Schlafenszeiten und fast noch wichtiger, auch regelmäßige Aufstehzeiten, also dass wir in der Früh nicht zu lange zu schlafen, auch wenn wir es könnten. Gleiches gilt für unsere Mahlzeiten, auch unsere innere Uhr profitiert davon, wenn wir Frühstück, Mittag- und Abendessenszeiten mehr oder weniger zur gleichen Zeit einnehmen.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
„Schlaf beginnt im Kopf“, das neue Buch von Radio-Doktor Christian Thuile, erscheint am 11.11.2026, ist auch das Topthema im November in unserer Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.
Persönlich begegnen Sie Dr. Christian Thuile bei den Athesia-Gesundheitswochen, mit Fachbeiträgen von Psychologin Heike Torggler (außer bei der Good Life Messe), moderiert jeweils von unserer G’sundes-Südtirol-Redakteurin Christine Rabanser.
Freitag, 13. November, 11 Uhr,
Good Life Messe Bozen
Donnerstag, 19. November, 19.30 Uhr,
Gesundheitszentrum St. Josef Meran
Donnerstag, 26. November, 19.30 Uhr,
Kulturhaus Karl Schönherr Schlanders
Donnerstag, 3. Dezember, 19.30 Uhr,
Athesia Buchhandlung Bruneck
