G’sundes Südtirol: Die Blue Zone in Griechenland
Ikaria wird als Ort bezeichnet, wo die Menschen das Vergessen vergessen haben, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Auch diese griechische Insel zählt zu den „Blue Zones“, also zu jenen Orten, wo die Menschen älter werden als im Rest der Welt und sich bis ins hohe Alter bester Gesundheit erfreuen. Und auf Ikaria heißt es deswegen, dass die Menschen das Vergessen vergessen, weil man festgestellt hat, dass hier, entgegen dem weltweiten Trend, Demenzerkrankungen nicht zunehmen und das Gedächtnis mit dem Alter auch nicht deutlich nachlässt. Fast jeder dritte Bewohner wird über 90 Jahre alt und bleibt auch darüber hinaus geistig fit.
Wissenschaftler haben hier auch einen besonderen Tee als Grund für das hohe Alter und die geistige Fitness ausgemacht. Er wird aus heimischen Wildkräuter wie Salbei, Bergminze, Rosmarin und Oregano zusammengestellt, wirkt stark entzündungshemmend, regt die Nieren an und senkt den Blutdruck. Studien haben außerdem gezeigt, dass die darin enthaltenen Radikalfänger das Gehirn optimal vor oxidativem Stress schützen und damit verhindern, dass Gehirnzellen absterben. Damit die Polyphenole, diese genialen Pflanzenwirkstoffe, gut herausgelöst werden können, muss der Tee mindestens 10-15 Minuten ziehen. Und er wird auf Ikaria täglich getrunken und zwar am Nachmittag und Abend, auch das scheint von Vorteil für seine überaus positive Wirkung zu sein.
Und was die Bewohner dieser Blue Zone sonst noch nachweislich hervorragend beherrschen, ist die Vermeidung des Gehirnkillers Stress, so Dr. Thuile, es gibt sogar den eigenen Begriff „Ikaria-Uhr“. Man verabredet sich nur vage, schaut nicht auf die Uhr, ohne fixe Termine und Termindruck, wer zuerst da ist, wartet dann halt ganz entspannt, bis auch der andere auftaucht. Für regelmäßige Entspannung sorgt auch das obligatorische Mittagsschläfchen, von maximal 30 Minuten, da hier wirklich jedem heilig ist. Es senkt das Herzinfarktrisiko nachweislich um fast 40% und hilft dem Gehirn zu regenerieren.
Bei den Ernährungsgewohnheiten stechen die über 150 Arten von Wildgemüse heraus, die 10mal mehr schützende Antioxidantien mitbringen als herkömmlich angebautes Gemüse. Zur Stärkung des Immunsystems wird täglich ein Löffel des ortstypischen Honigs gegessen, der auch zum Süßen hergenommen wird, Zucker verwendet man kaum.
Einsamkeit ist ein Hauptrisikofaktor für den Abbau der Gehirnleistung und für Demenz. In Blue Zones wie Ikaria lässt es sich auch deswegen so gut altern, da hier ein dichtes soziales Netz besteht und auch die Dorfältesten überall mit einbezogen und als wichtige Ratgeber geschätzt werden. Wirklich alle, von 5 bis 105 Jahren, sitzen zusammen, unterhalten sich, essen und trinken und feiern gemeinsam.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
