G’sundes Südtirol: Das unsichtbare Nervensystem aus dem Gleichgewicht

Eine so genannte vegetative Dystonie fühlt sich sehr beunruhigend an, erklärt Dr. Christian Thuile.

Wenn der Sympathikus, der Vagusnerv und unser Bauchgehirn eng zusammenarbeiten, ist alles gut. Unser unsichtbares, autonomes Nervensystem regelt viele lebenswichtige Funktionen im Hintergrund und normalerweise müssen wir uns darüber keine Gedanken zu machen. Wenn uns der Lärm und die Belastungen des Alltages aber zu sehr stressen und ständig überfordern, riskieren wir diese innere Taktung zu verlieren und unsere inneren Organe ins Chaos zu stürzen.

Bei einer so genannten vegetativen Dystonie ist das autonome Nervensystem nicht mehr richtig aufeinander abgestimmt. Man kommt beispielsweise von der Arbeit nach Hause, setzt sich hin und könnte eigentlich ruhiger werden und entspannen, aber das Gegenteil ist der Fall. Auf einmal verspürt man ein starkes Herzklopfen in der Brust, das kann nur ein paar Sekunden dauern, aber auch Minuten und fühlt sich sehr bedrohlich an. Ein- und Durchschlafstörungen sind dann auch an der Tagesordnung, denn dieses innere Trommeln hört nicht auf, obwohl man eigentlich nur noch müde ist. Passiert das immer wieder, rutscht man in eine Art chronische Müdigkeit, die Batterien können sich nicht mehr richtig aufgeladen werden und oft endet das Ganze in einem Burnout. Bald ist dann auch die ganze Verdauung gestört und die Beschwerden reichen von Sodbrennen, über einen übersäuerten Magen, bis zur Entzündung der Magenschleimhaut, Stuhlunregelmäßigkeiten und schlimmen Krämpfen und Schmerzen.

Die gute Nachricht ist laut Dr. Thuile: Wenn wir nicht zu lange zuwarten, können wir ein Ungleichgewicht in unserem vegetativen Nervensystem selbst wieder in Ordnung bringen. Es braucht dafür in erster Linie die Hilfe und das Verständnis von Seiten der Familie, des persönlichen Umfeldes und auch bei der Arbeit. Es gilt dafür zu sorgen Ruheinseln einzubauen, sich zurückzunehmen, am besten eine Zeitlang kürzer zu treten. Es ist für eine gesunden Ausgleich zu sorgen, wobei die regelmäßige Bewegung an erster Stelle steht. Auch einfache Atemübungen bringen viel und das richtige Atmen, also tief durch die Nase ein und schön langsam durch den Mund wieder aus. Und Betroffene brauchen Abstand von Lärmquellen, wie dem Fernseher und lauter Musik und vor allem auch von den ganzen sozialen Medien.

Ein einfacher Tipp für den Alltag, um dieses wichtige, unsichtbare Nervensystem zu entlasten, wenn zwischendurch alles zu viel und zu laut und zu schnell wird, ist es in einer ruhigen Ecken Arme und Beine kräftig auszuschütteln, ein bis zwei Minuten lang. Mit dieser einfachen Methode bauen wir sehr effizient Stress und vor allem auch Adrenalin ab.


In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.