G’sundes Südtirol: Bitte immer Etiketten lesen
Marmeladen, Kompotte und Säfte füllen ganze Regalreihen in den Lebensmittelgeschäften. Um gute Qualität herauszufiltern, heißt es die Etiketten genau zu lesen, erklärt Dr. Christian Thuile.
Es gelingt uns kaum ausreichend Obst für das ganze Jahr haltbar zu machen, der Vorrat an selbstgemachten Marmeladen, Kompotten und Säfte schrumpft leider auch immer besonders schnell. Wenn wir gut hinschauen, finden wir aber auch unter den gekauften Produkten viel Hochwertiges und Wertvolles für unsere Gesundheit. Unser wichtigstes Instrument ist dabei die Zutatenliste, vieles gibt die eigene EU-Lebensmittelinformationverordnung vor.
Wohlklingende Formulierungen wie „Nach Großmutters Rezept“ und vielversprechende Begriffe wie hausgemacht, premium oder feinste Qualität und schöne Bilder sagen nichts über die Qualität aus, auch nicht der Preis. Entscheidend ist die Zutatenliste und je kürzer diese ausfällt, umso besser.
Als erstes schauen wir uns an, was hier an erster Stelle steht, das ist auch am meisten im Glas enthalten. Und man muss auch wissen: ein Fruchtanteil von 100% bedeutet nicht, dass beispielsweise zu 100% Marille drin ist, es könnte sogar recht wenig sein und der Rest aus anderen Fruchtbestandteilen bestehen, wie überzuckerte, preisgünstigere Saftkonzentrate. Es kommt darauf an wie viel Marille auf 100 Gramm Frucht enthalten ist und dabei ist über 60% gut, über 70% sogar sehr gut. Wir checken auf der Zutatenliste den Zuckergehalt und bekommen auch Informationen über eventuelle Zusätze wie Pektin, Agar Agar oder andere Geliermittel. Sind da auch Sirupe angegeben, wie Glukose-, Fruktose-, Malz- oder Maissirup, ist das eigentlich nur eine schönere Formulierung für noch mehr Süßungsmittel.
Eine hochwertige Marmelade, bei der ausreichend Frucht verwendet wird, braucht absolut keine Aromazusätze, so der bekannte Ernährungsmediziner Dr. Christian Thuile. „Natürliches Aroma“ klingt erst mal nicht schlecht, ist natürlichen Ursprungs, muss aber keineswegs von der eigentlich gemeinten Frucht sein, kann auch Vanille- oder Zitronenaroma sein. „Naturidente Aromen“ werden künstlich im Labor hergestellt und stehen sogar im Verdacht Allergien hervorzurufen. Am häufigsten finden wir in der Zutatenliste schlicht den Begriff „Aroma“ und das kann alles Mögliche sein, vom natürlichen Vanillin bis hin zu den unterschiedlichsten chemischen Aromastoffen. Diese sind zwar grundsätzlich nicht gesundheitsgefährdend, aber eine ziemliche Mogelpackung, denn dadurch wird minderwertiges Obst oder eine sehr geringe Menge, als hochwertig kaschiert.
Wegen der Zitronensäure auf Zutatenlisten brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, viele geben sie auch in hausgemachte Marmeladen. Dabei handelt es sich um ein häufig verwendetes Säuerungsmittel, für den Geschmack, die Haltbarkeit und die Gelierung.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
