G’sundes Südtirol: Alpenbaldrian, Wundklee, Labkraut, Alpenampfer
Unter den alpinen Heilkräutern findet sich auch einiges für das Nervenkostüm, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.
Alpenbaldrian ist zwar eng verwandt mit dem klassischen Baldrian, hat aber eine weit stärkere Wirkung auf uns. Die enthaltene Valeriansäure hat einen beruhigenden Einfluss auf unsere Nerven, dient allgemein der Entspannung und lässt uns besser schlafen. Sie dockt im Gehirn an dieselben Rezeptoren an, wie die meisten Schlaftropfen, macht aber nicht abhängig. Alpenbaldrian wirkt auch angstlösend und ist daher bei Prüfungsangst oder sonst bei großer Aufregung sehr zu empfehlen. Seine ätherischen Öle sind bei Muskelkrämpfen hilfreich, auch bei Bauchkrämpfen und Menstruationsbeschwerden, ein Tee aus Alpenbaldrian hat sich bei Spannungskopfschmerzen bewährt.
Labkraut ist besonders für das Lymphsystem interessant, es enthält Stoffe, die den Lymphabfluss anregen, was wichtig ist, wenn man geschwollene Beine, Knöchel oder Finger hat. Verlässlich wirkt es für unsere Nieren, es regt diese an Wasser aus dem Gewebe auszuscheiden. Labkraut enthält viele Gerbstoffe, die alles zusammenziehen, adstringierend wirken und daher gut bei Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte oder der Neurodermitis und auch bei Furunkeln und Pickeln eingesetzt werden können. Wie der Alpenbaldrian wirkt auch Labkraut beruhigend und schlaffördernd, allerdings nicht im gleichen Ausmaß.
Alpenampfer ist so wertvoll für die Verdauung, wegen des Wirkstoffes Emodin, der die Darmbewegung anregt und damit die Darmpassage beschleunigt, er kann auch als mildes Abführmittel verwendet werden. Die enthaltene Oxalsäure hat, richtig dosiert, eine ganze Reihe von positiven Effekten auf unseren Körper. Wenn man die Blätter zerdrückt, damit etwas Flüssigkeit austritt, kann man Alpenampfer bei Mücken- und Bienenstichen auftragen, es wirkt auch augenblicklich kühlend und neutralisierend, wenn die Haut brennt. Er ist auch reich an Vitamin C, das sich außerdem gut aufnehmen lässt und zusätzlich noch die Eisenaufnahme verstärkt.
Wundklee hält, was seine Bezeichnung verspricht. Bei kleineren Wunden können die vielen enthaltenen Gerbstoffe die Blutung stillen, dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und seine Farbstoffe wirken entzündungshemmend und desinfizierend. Dafür zerdrücken wir die Blätter leicht, damit etwas Flüssigkeit austritt und geben sie direkt auf die Wunde. Wundklee hilft auch bei Verbrennungen, etwa wenn wir uns unterwegs einen Sonnenbrand holen und auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut, den Aphten.
In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.
