Die Mutige: Tamara Lunger im Sonntagsfrühstück
Sie liebte die Extreme – die eisigen Höhen, die schneidenden Winde, die Grenzerfahrungen. Doch Tamara Lunger hat gelernt: Das größte Abenteuer liegt manchmal nicht auf den höchsten Gipfeln der Welt, sondern tief in einem selbst.
Schon als Teenager spürte sie die Faszination der Berge. „Das muss brutal zach sein und zach ist gut“, dachte sie über Expeditionen; der einfache Weg war noch nie Tamaras Ding. Sie begann mit Skitourenrennen, bis die Achttausender ihr Herz eroberten. Dort fühlte sie sich stark, natürlich, am richtigen Platz. Bis zum Winter 2021. Am K2 in Pakistan verlor sie ihre damalige Liebe. „Diese Expedition war das Brutalste, was ich je erlebt habe“, erinnert sie sich. „Ein Abenteuer, das wie ein Traum begann und in einem Albtraum endete.“
Plötzlich war da keine Vision mehr. Keine Ziele. Nur Leere. Ihre Identität war immer über Leistung definiert gewesen. Doch wer war Tamara ohne Berg? „Bin ich wirklich nur Bergsteigerin?“, fragte sie sich.
Es folgte ein langer Prozess mit Therapie und der Konfrontation mit Panikattacken und Ängsten. Dabei half ihr ausgerechnet das Paragleiten – genau das, wovor sie die größte Furcht verspürte. Nicht, um sich etwas zu beweisen, sondern um der Angst direkt zu begegnen. Heute sagt sie: „Mittlerweile kann ich nicht mehr sagen, als dass ich einfach Tamara bin.“ Nicht nur Bergsteigerin, nicht nur Sportlerin – einfach mehr. „Ich bin heute der wichtigste Mensch in meinem Leben, die glücklichste Version meiner selbst.“ Nicht, weil alles leicht ist, sondern weil sie gelernt hat, auf ihr Bauchgefühl zu hören, auf ihre Intuition, auf das, was bleibt, wenn Leistung keine Rolle mehr spielt.
Die Berge haben Tamara Lunger an ihre Grenzen gebracht. Sie haben ihr etwas genommen, aber sie haben ihr auch etwas gegeben: die Erkenntnis, dass das wahre Abenteuer nicht immer nach oben führt. Manchmal führt es nach innen. Tamara Lunger unser Gast in Feuer und Flamme bei Magdalena Duml, am Sonntag ab 10:00 Uhr.
