Clemens Lageder in "Feuer & Flamme"
Bei Clemens Lageder könnten wir meinen, der Weg ins Familienweingut sei vorgezeichnet gewesen. Mehr als 200 Jahre Weinbautradition, sechste Generation, der Vater Alois Lageder – und heute führt Clemens gemeinsam mit seinen Schwestern Helena und Anna das Weingut in Margreid.
Trotzdem war Wein in seiner Kindheit nicht das große Familienthema. „Ja und nein! Wenn ich so zurückdenke, dann war das nie das Hauptthema“, erzählt Clemens Lageder. Bei der Weinlese waren wir Kinder natürlich dabei, beim Essen aber wurde nicht ständig über Wein gesprochen. „Bin ich auch froh“, sagt er. Auch später ging er zunächst einen anderen Weg. Er begann ein Wirtschaftsstudium, wechselte dann aber zur Soziologie und lebte rund zehn Jahre außerhalb Südtirols. Dass er einmal ins Familienunternehmen zurückkehren würde, war dabei keineswegs selbstverständlich. Seine Eltern hätten den Kindern vielmehr mitgegeben: „Macht ihr mal Eures – so in der Art findet euch. Wenn ihr dann wollt, kommt wieder zurück.“ Und auch seine Schwestern waren jeweils rund zehn Jahre außerhalb Südtirols. Gerade sein Soziologiestudium erwies sich später als wichtige Vorbereitung auf die Arbeit im Familienbetrieb. „Die beste Entscheidung war es, dass ich Soziologie studiert habe“, sagt Lageder. Wirtschaftliches Wissen könne man später lernen. „Im Weingut, im Unternehmen geht’s um Menschen.“ Das Studium sei deshalb „extrem hilfreich“ gewesen. 2015 kam schließlich der entscheidende Moment: In Frankfurt sagte sein Vater Alois zu ihm, dass er ihm den Betrieb übergeben wolle. Clemens’ Antwort: „Cool – aber ich muss das erst lernen.“ Heute steht er gemeinsam mit seinen Schwestern für die nächste Generation.
Über seinen Weg vom Soziologiestudium ins Weingut, das Verhältnis zu seinem Vater, seine Schwestern Helena und Anna, Biodynamie und Tiere im Weinberg, den Klimawandel und die Zukunft des Südtiroler Weinbaus sowie seine persönlichen Lieblingsweine spricht Clemens Lageder an diesem Sonntag auf Südtirol 1 - ab 10 Uhr, bei Daniel Winkler.
