Album Check: Robbie Williams - Britpop
Manchmal braucht es gar keinen großen Paukenschlag, sondern nur die ersten Takte eines Songs, um zu merken: Da hat jemand wieder richtig Lust auf Musik. Genau dieses Gefühl haben wir beim neuen Album „Britpop“ von Robbie Williams.
Schon im ersten Song wird klar, dass Robbie Williams diesmal nicht auf Hochglanzpop oder kalkulierte Radioformeln setzt, sondern auf Gitarren, große Refrains und ein Lebensgefühl, das unweigerlich an die 90er-Jahre erinnert - an Blur, Oasis oder einfach an den jungen Robbie selbst. Trotz aller stilistischen Anleihen bleibt Williams unverkennbar er selbst: mit dieser typischen Mischung aus Selbstironie, Charme und einem Hauch Größenwahn, die ihn seit Jahrzehnten auszeichnet. Es geht um Haltung, Persönlichkeit und Spielfreude. Und davon hat „Britpop“ mehr als genug. Nicht jeder Song bleibt sofort im Ohr, nicht jeder Titel schreit nach Single, doch das Gesamtbild stimmt.
Am Ende ist „Britpop“ ein Album, das sich anfühlt wie ein alter Freund, den man ewig lange nicht mehr gesehen hat, der aber plötzlich wieder vor der Tür steht - etwas gereift, vielleicht ein bisschen ruhiger, aber mit genau der Energie, die man an ihm immer mochte. Robbie Williams klingt nicht wie früher. Er klingt wie jemand, der weiß, wer er ist. Und genau deshalb funktioniert dieses Album so gut.
