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Wassertag: Leben ohne Wasserhahn



Der Comboni-Missionar weiß, wovon er spricht. Im Nordosten Brasiliens hat er selbst die Folgen der Wasserknappheit erlebt. Das Wasser ist dort „erkrankt“, wie die Leute sagen. Wasserleitungen gibt es nicht, die Menschen nehmen das Wasser direkt aus dem Bach. Gegen Ende der Trockenzeit bietet nur mehr ein sogenanntes „Wasserauge“ einen Hoffnungsschimmer. Gemeint ist ein Wasserloch neben dem Bach, aus welchem sie Grundwasser schöpfen. Eine Wasserleitung kennt man auf dem Land nicht. Alles Wasser wird direkt aus dem Bach genommen. Die Menschen nutzen es auch zum Baden und Waschen.

Bei großer Hitze und langer Trockenheit wird das Wasser weniger. Dann fließt es nur mehr langsam dahin und „erkrankt“ - wie die Leute sagen. Die Bakterienkonzentration steigt drastisch an. In solchen Zeiten habe ich selbst erlebt, wie problematisch es ist, verwundet zu sein. Trägt man eine offene Wunde ins Wasser oder verwundet man sich im Wasser, entzündet sich die Wunde leicht und es kann Monate dauern bis sie ausgeheilt ist.

Die Probleme wuchsen, als Bauern große Sojaprojekte auf Hochebenen starteten. Die Menschen hatten die Hochebenen bis dahin nicht bewirtschaftet, weil es in der Trockenzeit dort nie regnet. Die Bauern schlossen sich deshalb zu einer Genossenschaft zusammen und fingen an das Land maschinell zu bewässern. Also war es mitten in der Trockenzeit herrlich grün. Aber pervers war es trotzdem: Weil es so heiß war, gedieh auch das Ungeziefer. Die Bauern mussten in einem einzigen Sommer zehnmal Gift spritzen um die Insekten zu töten.

Die Chemikalien gelangen dann in der Regenzeit ins Grundwasser. Es gibt bereits ganze Regionen, wo kein Fisch mehr in den Flüssen und Seen zu finden ist. Die leidtragenden sind die Armen, die sich nicht wehren können und die kein anderes Wasser haben.

Nähere Informationen und Kontaktperson: OEW, Br. Bruno Haspinger Tel. 0472/830441

Weltwassertag: Leben ohne Fließend-Wasser
Redakteur: Alex Lechner

Sendetermin:
Samstag, 22.03. in Guten Morgen Südtirol ab 8 Uhr
Samstag, 22.03. in Hallo Südtirol ab 14 Uhr
 

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