Videospielsucht: Interesse zeigen statt verbieten

Die Welt der Videospiele übt vor allem auf Kinder und Jugendliche einen großen Reiz aus. Hier kann man in andere Rollen schlüpfen, sich für kurze Zeit aus der Realität ausklinken und mit anderen Gamern interagieren. Aber die Grenze zwischen Leidenschaft und Sucht ist bei Videospielen sehr schmal. Deshalb hat die WHO vor Kurzem „Gaming Disorder“, also Videospielsucht in die Liste der psychischen Krankheiten aufgenommen.

Manuel Oberkalmsteiner, Mitarbeiter des Forums Prävention weiß wer besonders gefährdet ist: Jugendliche, bei denen es in der Schule nicht so läuft, die in der Familie häufig mit Konflikten oder Streit konfrontiert sind und in der „echten" Welt mit negativen Erfahrungen zu kämpfen haben. Für sie sind Videospiele oft eine Möglichkeit, Dinge zu kompensieren, oder eine Art Flucht vor der Realität.

Wer online gut zockt findet rasch virtuelle Freunde, die einen anhimmeln und wertschätzen. Alles kein Grund zur Panik so der Experte. Er rät den Eltern einfach mal genau hinzuschauen und sich ernsthaft mit den Viedeospielen auseinanderzusetzen. Nur so kann man verstehen warum die Kids so fasziniert davon sind. 

Empfehlungen für den richtigen Umgang mit den neuen Medien gibt’s aber natürlich schon. Die Experten raten Eltern: Interesse zeigen statt verbieten. Weg von der Panikmache und hin zu mehr ehrlichem Interesse und offenen Gesprächen.

Das Forum Prävention hat im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Familienagentur und weiteren 15 Netzwerkpartnern die Initiative „eltern-medienfit“ ins Leben gerufen und 10 Tipps für Eltern formuliert, um an der Mediennutzung ihrer Kinder teilhaben zu können.