G’sundes Südtirol: Vergessene Quitte

Unsere Großmütter haben die Quitte noch gerne verarbeitet, heutzutage ist diese duftende, gelbe Frucht nicht mehr so bekannt, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Schon in der Antike als Heilmittel geschätzt und auch von unseren Vorfahren noch zu gesunder Marmelade, Kompott, Mus, Saft oder auch Brot verarbeitet, war die Quitte bei uns lange vom Speiseplan verschwunden. Das mag auch daran liegen, dass von den rund 200 Quittensorten nur sehr wenige roh genießbar sind. Inzwischen feiert sie aber ein verdientes Comeback, weil ihre wertvollen Inhaltstoffe in den Fokus der Wissenschaft gerückt sind und auch gesundheitsbewusste Konsumenten begeistern.

Schon die Schale der Quitte ist höchst interessant, darin stecken sehr viele ätherische Öle und diese gehören sogar zum Wertvollsten, was uns aus der Natur für die Hautpflege zur Verfügung steht. Sie sind unter anderem das ideale Naturheilmittel für spröde und rissige Lippen, die uns gerade im Winter oft plagen.

Was die Frucht selbst angeht, fällt ein einzigartig hoher Gehalt an Pektin auf. Dieser wertvolle Inhaltstoff sagt vielen etwas in unserem Apfelland Südtirol, die Quitte übertrifft den Apfel sogar darin. Pektin hilft dabei den Speisebrei mit Wasser einzudicken, fördert eine geregelte Verdauung und ist imstande Giftstoffe, Bakterien und andere unerwünschte Eindringlinge aus dem Darm zu eliminieren. Hinzu kommen die viele Ballaststoffe in der Quitte, also jene Faserstoffe, die auch so viel für die Verdauung bringen. Zur wichtigen Verbündeten für das Immunsystem macht die Quitte ihr hoher Gehalt an Antioxidantien, das sind Stoffe, die freie Radikale unschädlich machen, die unseren Körper im Rahmen von Entzündungen oder Tumorgeschehen belasten.

Quittenschleim wurde früher in der traditionellen Volksmedizin vor allem bei Hals- und Rachenentzündungen eingesetzt. Dafür lassen Sie 10 g Quittenkerne (unversehrt und ganz) mit 20 ml Wasser über Nacht stehen, mischen den entstandenen Schleim mit Spitzwegerichsirup und nehmen davon mehrmals täglich 1 TL ein. 

Erst seit wenigen Jahren wird der Quitte auch ein hohes Potential in der Krebsvorsorge und eine hemmende Wirkung auf Krebszellen bescheinigt, so Dr. Thuile, wie an verschiedenen Universitäten untersucht und auch durch Studien bestätigt werden konnte. Vielversprechend ist auch der neueste Ansatz in der Erforschung zum Einsatz der ätherischen Öle der Quitte, in Richtung Allergien. Ein Quitten-Nasenspray soll die Nase nicht nur extrem gut befeuchten, sondern auch die Pollenlast für Betroffene reduzieren und damit ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

„Vergessene Quitte“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).

Tipp:

Benefizveranstaltung „Keschtn – köstlich und gsund“ mit Dr. Christian Thuile am Donnerstag, 18. Oktober ab 19.30 Uhr im Raiffeisenhaus Lana, mit Kurzvorträgen und Verkostung, im Rahmen der Veranstaltungsreihe Keschtnriggl.