G’sundes Südtirol: Morbus Bechterew

Zwischen 20 und 40 Jahren sind Rückenschmerzen oft auf Entzündungen zurückzuführen. Morbus Bechterew ist eine oft unterschätzte Erkrankung, so unser Radiodoktor Christian Thuile.

Wer schon in jungen Jahren öfter ganz schlecht aus dem Bett kommt vor Rückenschmerzen und untertags von einer bleiernen Müdigkeit eingebremst wird, ohne die Nächte durchtanzt zu haben, der sollte auch an Morbus Bechterew denken. Der russische Neurologe Wladimir Bechterew hat sich mit dieser entzündliche Erkrankung des Rückens erst vor rund 100 Jahren eingehender beschäftigt und diese auch gut beschrieben, daher die Bezeichnung „Morbus Bechterew“.

Diese entzündliche Erkrankung der Wirbelgelenke, meist im Bereich der Lendenwirbelsäule, kommt am häufigsten zwischen 20 und 40 Jahren vor und betrifft schätzungsweise auch rund 5.000 Südtiroler. Morbus Bechterew verläuft in Schüben und schleicht sich im Schlaf ins Leben der Betroffenen. Meist sind die Beschwerden im Rücken in den Morgenstunden am schlimmsten, wie übrigens bei vielen rheumatischen Erkrankungen, ein weiteres typisches Alarmsignal sind auch Gesäßschmerzen.

Was diese Krankheit auslöst, ist nicht ganz geklärt, fest steht aber, dass hierbei das Immunsystem die eigenen Wirbelgelenke angreift und mit der Zeit zerstört. Das kann so weit gehen, dass die Wirbelsäule richtig steif und Bewegung bald fast unmöglich wird. Bei rechtzeitiger Diagnose lässt sie sich aber gut behandeln. Dafür ordnet der Arzt meist bildgebende Verfahren an, ein Röntgenbild oder eine Magnetresonanz oder eine Computertomographie und auch Blutproben, die meist auch schon deutliche Hinweise liefern können.

Der Einsatz von Medikamenten ist bei Morbus Bechterew unumgänglich, die neueste Generation sind die so genannten Biologika, erklärt Dr. Thuile, sie können diese Erkrankung zum Teil stoppen oder zumindest in Schach halten. Zusätzlich lassen sich Entzündungen meist durch Kälte gut behandeln, das kann daheim in Form von Kältekissen sein oder durch kurze Aufenthalte in einer Kältekammer. Hierbei erfahren Betroffene bei -110°C und mehr, einen starken, entzündungslindernden Reiz, der ganz natürlich und meist ohne größere Belastung gut auszuhalten und sehr wirksam ist. Und jeder, der mit diesem Problem konfrontiert ist, sollte auch gleich mit regelmäßiger Physiotherapie anfangen, das wird ein Teil seines Lebens werden müssen und auch Ausdauersport ist jedem Betroffenen nur zu empfehlen und sich auch möglichst fleischarm zu ernähren und auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten.

„Morbus Bechterew“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).