G’sundes Südtirol im November: Umweltgifte

Italien will 2020 eine Plastiksteuer einführen, auch ein deutliches Zeichen dafür, dass es höchste Zeit ist, zu handeln. Die langfristigen Auswirkungen von Mikroplastik auf unsere Gesundheit sind noch gar nicht absehbar, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

 

Durchschnittlich produziert in Südtirol jeder einzelne im Jahr knapp 40 Kilo Plastikmüll und das obwohl wir versuchen Müll zu vermeiden und auch so viel wie möglich zu trennen, damit zumindest einiges davon recycelt werden kann. Als Mikroplastik bezeichnet man feste, nicht wasserlösliche Kunststoffpartikel, die unter anderem entstehen, wenn sich Plastiksackerln oder -Flaschen zersetzen oder auch wenn sich Autoreifen auf der Straße abreiben. Nach wie vor wird es aber auch in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt, in vielen Kosmetikprodukten, in Funktionsbekleidung und es dient oft sogar als Füllmittel in Medikamenten.

 

Pro Jahr gelangen weltweit über 3 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Die winzigen Teilchen werden inzwischen überall nachgewiesen, in den Böden, in Flüssen und Meeren, selbst im Schnee haben sie Forscher bereits gefunden, unser Trinkwasser enthält genauso Mikroplastik, wie unsere Lebensmittel und die Luft, die wir alle atmen. Es ist davon auszugehen, dass wir bis zu 5 Gramm Plastik pro Woche aufnehmen, das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.

 

Die Auswirkungen des Plastikwahnsinns auf unsere Umwelt sind teils schon deutlich zu sehen, Langzeitforschungen dazu was Mikroplastik im menschlichen Körper anrichtet, stehen allerdings erst am Anfang. Erste Hinweise deuten aber darauf hin, dass es alles andere als harmlos ist, wir nehmen damit schließlich auch die unterschiedlichsten Chemikalien, Weichmacher, Stabilisatoren und auch Flammschutzmittel auf und es können auch krebserregende, längst verbotene Chlorverbindungen enthalten sein. Und diese allgegenwärtigen winzig kleinen Plastikpartikel stehen auch im Verdacht zu Entzündungsreaktionen in unseren Zellen zu führen und langanhaltende Entzündungen können unseren Körper schwerstens schädigen.

 

(Mikro-)Plastik vermeiden lässt sich, indem wir auf Plastik-Sackerln und -Verpackungen verzichten, es ist völlig unnütz, dass bald jedes Produkt oft sogar mehrfach verpackt ist, so der bekannte Vorsorgemediziner. Auch Bekleidung steckt oft voller Kunstfasern, die durch das Waschen ins Abwasser und damit in die Meere und in den Umweltkreislauf gelangen. Wenn wir Polyamid, Polyester, Acryl oder Nylon durch natürliche Materialien ersetzen, leisten wir auch schon einen wichtigen Beitrag. Viel zu tun ist auch bei Waschmitteln, denn Hersteller müssen die enthaltenen Kunststoffverbindungen nicht einmal auf der Packung angeben. Hierüber können Tests von renommierten Instituten Aufschluss geben.

 

„Was machen Umweltgifte mit uns?“ im November in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

 

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).