G’sundes Südtirol im Juni: Die Welt der Sinne

Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen gelten als die 5 klassischen menschlichen Sinne, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile und bezeichnet sie als unser „Tor zur Welt“.

 

Die einzelnen Sinnesorgane sind zwar nicht zwingend überlebensnotwendig, haben aber einen entscheidenden Einfluss auf unsere Lebensqualität. Sie wandeln unterschiedlichste Informationen aus unserer Umwelt in elektrische Impulse um, die über Nervenfasern zur Verarbeitung an das Gehirn weitergeleitet werden. Sie sind uns eine Orientierungshilfe, schützen uns vor Gefahren, sind unsere Verbindung zur Außenwelt.

 

Durch den Sehsinn nehmen wir über 70% aller wichtigen Informationen aus unserer Umgebung wahr, 6 einzelne Muskeln bewegen das Auge dafür über 100.000-mal am Tag. Es kommt mit einem Helligkeitsunterschied von 1:1 Milliarde zurecht, also mit dem spärlichen Licht einer Neumondnacht genauso wie mit dem gleißenden Licht im grellen Sonnenschein. Unser Sehsinn lässt uns normalerweise durchschnittlich 20.000 verschiedene Farbabstufungen unterscheiden, Menschen mit besonderen Fähigkeiten in diesem Bereich bringen es sogar auf über 90 (!) Millionen.

 

Durch unseren Gehörsinn nehmen wir Sprache wahr, Geräusche, Musik und ganz wichtig: auch Emotionen. Wir können meist allein anhand der Stimme die Stimmung des anderen erkennen. Lautstärke, Tonhöhe und Sprachmelodie lassen uns außerdem erahnen, ob jemand etwas witzig oder ironisch meint, überrascht oder enttäuscht ist oder freudig oder auch wütend. Unser Ohr wird bereits im Mutterleib aktiv, normalerweise können wir schon bald bis zu 400.000 verschiedene Töne unterscheiden. Aber: Einer von 15 Menschen gilt bei uns bereits als schwerhörig, weit verbreitet ist auch der Hörsturz, der so genannte Ohrinfarkt.

 

Unser Tastsinn wird laut dem bekannten Vorsorgemediziner komplett unterschätzt, denn er hat beispielweise sogar einen großen Einfluss auf das Lernen. Unser Wortschatz wird durch Tasten und Fühlen gefördert, genauso wie Ausdauer und Kondition und er hat auch einen wesentlichen Anteil an unserem Vorstellungsvermögen. Studien zeigen außerdem, dass intensive Berührungen unser Immunsystem kräftigen und bei Kindern extrem wichtig sind zur Entwicklung des Gehirnes.

 

Durch unseren Geschmackssinn unterscheiden wir grob zwischen: süß, sauer, salzig, bitter, fett und umami (stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie: köstlich, würzig, fleischig) und dadurch können wir beurteilen, ob etwas essbar ist und natürlich auch, ob es uns schmeckt. Durch bestimmte Medikamente kann dies aber stark eingeschränkt werden, etwa im Rahmen einer Chemotherapie oder durch bestimmte Antibiotika, was für Betroffene einen riesigen Verlust an Lebensqualität bedeutet.

 

Eng mit dem Geschmackssinn ist der komplexe Geruchssinn verbunden. Ein gesunder Mensch kann über 10.000 verschiedene Duftnoten unterscheiden, durch gezieltes Training auch deutlich mehr. Er ist entscheidend für unsere Nahrungsmittelauswahl, schützt uns vor verdorbenem Essen, aber auch vor Gas, Rauch und Feuer. Was wir über die Nase wahrnehmen ist auch ganz eng mit Gefühlen und besonders auch mit Erinnerungen verbunden und beeinflusst sogar unsere Partnerwahl. Es heißt nicht umsonst, man kann jemanden gut riechen und dass es bei der Partnerwahl darauf ankommt, dass die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt. Das ist durchaus wortwörtlich zu verstehen, denn der Duft gibt uns unbewusst Aufschluss über das Erbgut des anderen.

 

„Die Welt der Sinne“ im Juni in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

 

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).