G’sundes Südtirol: Erschöpfungsfallen

Eine nicht zu unterschätzende Ursache für Erschöpfungszustände ist eine ständige Unordnung, daheim genauso wie im Büro, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Aufgrund der allgegenwärtigen Reizüberflutung unserer Zeit ist unser Gehirn nahezu ständig unter Starkstrom und hat einfach Schwierigkeiten damit, alles zu verarbeiten; Informationspausen gönnen wir ihm kaum. Große Unordnung zu Hause oder am Arbeitsplatz bedeutet weiteren Stress, auch wenn jemand behauptet sich im eigenen Chaos gut zurechtzufinden und es nicht als störend zu empfinden. Das Gehirn hat mit der Verarbeitung dieser Vielfalt von nicht geordneten Informationen noch mehr zu tun, ist einer zusätzlichen Reizüberflutung ausgesetzt und damit stellt Unordnung, das belegen auch Studien, eine häufige Ursache für das chronische Erschöpfungssyndrom dar.

Eine weitere große Erschöpfungsfalle ist der Flüssigkeitsmangel, wir trinken allgemein alle viel zu wenig. Der Mensch besteht nun einmal zu 2 Drittel aus Wasser und wenn wir dauerhaft zu wenig Flüssigkeit zu uns nehmen, bringen wir unseren Wasserhaushalt komplett durcheinander, warnt der bekannte Ernährungsmediziner. Das hat vor allem negative Auswirkungen auf die Durchblutung unseres Gehirnes, denn dadurch sinkt der Blutdruck ab, es wird mit weniger Sauerstoff versorgt und unsere Gehirnleistung nimmt ab und wir werden immer müder. Ob ein Flüssigkeitsmangel der Grund für eine chronische Müdigkeit ist, lässt sich auch ziemlich einfach testen, indem wir eine Wochen lang, unsere Flüssigkeitszufuhr verdoppeln und beobachten, was mit unserem Körper passiert. Die meisten werden bemerken, dass sie wacher und konzentrierter sind, das Gedächtnis besser funktioniert und dass sie nicht mehr so erschöpft sind.

Auch Kohlendioxyd, also die Luft, die wir ausatmen, macht unseren Körper müde, so Thuile, das merken wir gut, wenn wir länger in geschlossenen Räumen sind, die sich nicht gut lüften lassen oder nicht ausreichend gelüftet werden: wir beginnen zu gähnen. Das kann ein Büro oder das Wohnzimmer zu Hause genauso sein, wie ein Auto. Und dieses Problem lässt sich wirklich leicht beheben, indem man eben lüftet oder, wenn das nicht möglich ist, selbst öfter an die frische Luft geht.

Bewegung macht uns munter, der Kreislauf kommt in Schwung, das Herz pumpt kräftiger und durchblutet die Muskulatur und damit auch unser Gehirn. Regelmäßige Bewegung ist daher etwas vom Wichtigsten, auch um der chronischen Müdigkeit vorzubeugen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt sich da auch sehr konkret fest und rät täglich zu 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft.

„Erschöpfungsfallen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).