G’sundes Südtirol: Die Kraft der Faulheit

Es fällt den meisten zwar richtig schwer einfach mal nichts zu tun, aber genau das würde uns ab und zu einfach sehr wohltun, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

 

In unserem Highspeed-Zeitalter wird es immer wichtiger in den Alltag auch ganz gezielt Pausen einzubauen und vom Gas runterzugehen und wie so oft, wäre der goldene Mittelweg anzupeilen. Wer alles zu gemütlich nimmt, wird träge und Trägheit stellt auch eine Gefahr für unsere Gesundheit dar, da wir uns dadurch nicht nur geistig, sondern auch körperlich zu wenig fordern und wer nie richtig zur Ruhe kommt, der wird auf Dauer sogar höchstwahrscheinlich krank.

 

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel, nur wenn wir es trainieren, bleibt es fit und aktiv und wie beim Training im Fitnessstudio kommt es auf einen ausgeglichenen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung an. Durch kurze, intensive Arbeitsphasen gefordert, vergrößert unser Gehirn seine Leistungskapazität und wir können uns besser konzentrieren, mehr merken und auch mehr abrufen. Ideal wären intensive Arbeitsphasen von durchschnittlich 50 Minuten, gefolgt von 10 Minuten Pause. In den Pausen tut etwas Bewegung gut, aufstehen, ein Fenster aufmachen, in die Natur schauen, bewusst einatmen, ein Glas Wasser holen, ein paar persönliche Worte mit Kollegen, nicht so gut geeignet sind hingegen „schnelle Medien“, die unser Gehirn direkt wieder zu sehr beanspruchen.

 

Weniger ist in unserem Leben oft eindeutig mehr: wer sich nicht ständig hetzen lässt, der lebt gesünder, ausgeblichener, glücklicher und sogar länger, so der bekannte Vorsorgemediziner. Momente der Entschleunigung im Alltag sind ganz essentiell für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wer langsamer lebt hat weniger Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, fördert seinen gesunden Schlaf, findet auch mehr Zeit für Bewegung und schafft es auch eher, sein Gewicht unter Kontrolle zu halten.

 

Ein kurzes Nickerchen hilft sehr beim Entspannen, so genanntes Powernapping, also auch ein Mittagsschläfchen, kann extrem wertvoll für unser Gehirn sein. Es verarbeitet währenddessen Dinge ganz locker und unser Kopf wird wieder frei für neue Informationen. Auch eine aktuelle Studie hat wieder gezeigt, dass die Teilnehmer sich nachher einfach besser konzentrieren und beispielsweise Mathematikaufgaben und Gedächtnistests viel schneller lösen konnten. Für den positiven Effekt genügen schon wenige Minuten, alles was über eine halbe Stunde hinausgeht, bewirkt sogar das Gegenteil, nämlich dass unsere Systeme zu (zu) weit heruntergefahren werden.

 

„Die Kraft der Faulheit“ in unserer Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

 

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).