Gartentipp: Rosen schneiden - aber richtig

Mit Beginn des Frühjahres dürfen die Rosen aus dem Winterschlaf geweckt werden. Dazu entfernen Sie das Tannenreisig, welches einen zu frühen Saftanstieg verhindert hat. Mit dem Rechen werden die bereits abgefallenen Nadeln weggeräumt. 

Diese Säuberungsaktion sorgt dafür, dass der Boden rund um den Rosenstock nicht sauer wird. Apropos sauer: Da Rosen keine sauren Böden lieben, darf kein Torf - weder zum Anhäufeln als Winterschutz noch zur Bodenauffrischung - im Rosenbeet eingesetzt werden. Auch wenn es andere Meinungen gibt: Rosen werden erst nach dem letzten Frost im zeitigen Frühjahr heruntergeschnitten. 

Das geht entweder nach "Augen" oder nach den Zentimetereinheiten des Zollstockes. Schneiden Sie schwache Triebe tiefer zurück als starke. So ist bei schwach wachsenden Beet- und Edelrosen ein tiefer Schnitt auf etwa 3 bis 4 Augen angebracht. Die "Augen" sind die Blatt- und Blütenknospen, die an den Verdickungen des Stieles zu erkennen sind. Wer nicht nach der Augenzahl schneiden will, kürzt die Stiele der schwach wachsenden Rosen auf 10 bis 15 cm. 

Bei den stark wachsenden Busch- und Edelrosen bleiben 20 bis 25 cm über dem Boden bzw. acht bis zehn Augen stehen. Bei zackhaftem Rückschneiden entwickeln sich die Neuaustriebe wesentlich schwächer! Geschnitten wird ca. 0,5 cm über ein nach außen gerichtetes Auge. Dabei schneiden wir so, dass die Schnittfläche vom Auge weg zeigt und fast waagrecht – also leicht schräg, damit das Wasser weder auf der Schnittstelle stehen bleibt, noch dass es über das Auge abläuft. 

An Kletterrosen wird im Frühjahr nicht viel herumgeschnitten - vorausgesetzt, die Rosen sind noch nicht in die Jahre gekommen. Wenn sie älter werden, verlieren sie schnell an Wuchsfreude und auch die Blütenentwicklung bleibt zurück. Dies gilt insbesondere für den unteren, bodennahen Teil. Damit der Blütenflor aber nicht nur in den oberen Etagen zu bewundern ist, sollten Sie Ihrer Kletterrose mit der Rosenschere zu Leibe rücken. Schneiden Sie zunächst kahles und vertrocknetes Altholz heraus. Auch das Seitenholz, das der Fachmann als Blütenholz bezeichnet, bleibt nicht ungeschoren. 

Schneiden Sie es ohne Gewissensbisse auf eine Länge von rund 20 cm ab. Vergessen Sie nicht, zu dicht stehende Triebe auszurichten. Dies fördert auch die Bildung junger Bodentriebe, die zu einer echten Verjüngung der vergreisten Kletterrosen beitragen. Der letzte Schritt ist das Einkürzen der letztjährigen Triebe. Damit erreichen Sie, dass zwischen dem älteren, bereits aufgekahlten Holz ebenfalls Blütentriebe entstehen.