Die Aufrechte

Die ehemalige Landtagsabgeordnete der Südtiroler Freiheit, Eva Klotz zu Gast bei Feuer und Flamme.

Für ein gemütliches Frühstück nimmt sich Eva Klotz immer Zeit. Auch während der politisch aktiven Zeit war ihr diese erste Mahlzeit am Tag wichtig, mit Muße, Milchkaffee, Brot, Marmelade und Honig. Und natürlich mit der Zeitung, bis acht Uhr will sie über das Wichtigste informiert sein.

Ihre letzte Landtagssitzung hat Eva Klotz am 2. Dezember 2014 absolviert, insgesamt waren es fast 1.400 Sitzungen in 31 Jahren.  Die ersten eineinhalb Monate ohne Politik sind „normaler“ abgelaufen als sie vermutet hatte, erzählt Eva Klotz, sie hatte keine Entzugserscheinungen. Allerdings eine schwere Grippe die sie mehr als zwei Wochen lang geschwächt hat. Aber, so räumt Klotz ein, jetzt habe sie ja auch Zeit um krank zu sein.

„Wenn ich etwas für richtig halte, dann entscheide ich und ziehe die Sache durch, ohne zurück zu schauen“. So hat Eva Klotz auch ihren Rückzug aus dem Landtag beschlossen, als die Krankheit ihres Mannes schlimmer wurde. Der genießt es, dass sie jetzt mehr bei ihm ist, und auch sie schätzt die gemeinsame Zeit, beim Plaudern, beim Musik Hören.  „Und Kochen ohne Stress empfinde ich als richtigen Luxus“, verrät Klotz.

Eva Klotz stammt aus Walten im Passeiertal. Ihr Vater Jörg war Südtirol-Aktivist, und, so erinnert sich Klotz, sehr viel weg von daheim. Sie und ihre Geschwister vermissten ihn, es gab wenige gemeinsame Wochenenden mit dem Vater.  Die rare Zeit mit ihrem Vater reichte aber aus um in Eva die Flamme der Begeisterung für den Selbstbestimmungskampf zu entzünden, und diesen Kampf führt sie nun schon seit Jahrzehnten und wird das bis an ihr Lebensende tun, versichert sie.  

„Seit mein Vater 1976 gestorben ist, spüre ich dass ich seinen Auftrag weiterführen muss“, bekennt Eva Klotz. Dazu kommt ihr starker Gerechtigkeitssinn; sie fühle täglich dass Südtirol zu Unrecht bei Italien ist. 

Auch viele Verwandte von Eva Klotz kämpfen für die Selbstbestimmung. Es gibt kein Familientreffen, betont Klotz stolz, bei dem der Freiheitskampf nicht Hauptthema ist. Und am Ende singen alle ein Tiroler Kampflied, auch das ist inzwischen Tradition.

Legendär im Landtag waren die Rededuelle die sich Eva Klotz und Altlandeshauptmann Luis Durnwalder geliefert haben. Sehr aufgebracht war Klotz immer dann wenn sie das Gefühl hatte, ihr Gegenüber betrachtet Landtagsdebatten nur als lästige Pflichtübung. Die Haltung verloren hat sie aber auch bei scharfen Diskussionen nie, und darauf ist sie heute noch stolz

Beim Sonntagsfrühstück Feuer und Flamme erzählt uns Eva Klotz von ihrem neuen Leben, und sie verrät uns auch wann sie ihren Zopf abschneiden wird.