Der Wein-Sammler

Der Meraner Helmuth Köcher, Präsident und Gründer des Merano Wine Festivals, zu Gast bei Renate Prugger in Feuer und Flamme.

Fragt man ihn nach seinem Beruf, zögert Helmuth Köcher einen Moment.  Der Kopf des Merano Wine Festivals ist dabei sich neu zu erfinden. Natürlich, sagt er, sei er Freiberufler, Unternehmer, Sommelier. Aber so ganz trifft das nicht das, was er tatsächlich macht. Ein neues Berufsbild muss her: Helmuth Köcher will in Zukunft „Wine-Hunter“ sein. Das heißt übersetzt „Weinjäger“, also jemand der auf Jagd nach Weinen geht. Köcher will diesen Titel auch offiziell machen. Das Berufsbild aufbauen, festlegen wer die Voraussetzungen hat zum Wine-Hunter.  Der Wine-Hunter sollte über dem Sommelier stehen, wünscht sich Köcher.  

Das „Kind“ von Helmuth Köcher, das Merano Wine Festival gibt es seit 1992. Damals war es klein und fein,  jetzt ist es groß und feiner.  50 Produzenten kamen beim ersten Mal, heute sind es rund 650. Aus 500 Besuchern sind 6500 geworden, das Kurhaus stößt jedes Jahr an seine Kapazitätsgrenze. „Das Festival hat Meran zu einem Qualitätssiegel für exzellenten Wein gemacht“, freut sich Helmuth Köcher. 1992 waren die Weinliebhaber eine kleine Gruppe – inzwischen trinkt fast jeder gerne ein gutes Glas und jeder möchte gerne fachsimpeln über den Wein und auch seine Geschichte kennen.
Viele der Produzenten die in Meran ausstellen kennt Helmuth Köcher persönlich. Nicht zuletzt weil der Wein die Zunge löst. „Je besser der Wein, desto besser die Kommunikation“, sagt Köcher.

Wo wird der beste Wein der Welt produziert? „Diese Frage ist nicht zu beantworten“, gibt sich Helmuth Köcher diplomatisch. Italien hat sicher eine der breitesten Produktionen, mit einem großen Spektrum an verschiedenen Weinen. Weitaus breiter als es z.B. Frankreich oder Spanien haben.
Er  persönlich empfindet das Burgund in Frankreich als Geburtsstätte der höchsten Weinqualität. Allerdings gäbe es so viele Meinungen wie es Weinfachleute gibt, fügt Köcher hinzu.

Auf den Wein gekommen ist Helmuth Köcher erst relativ spät. Ende der 1980er-Jahre, mit 30,  reiste er ins französische  Bordeaux, und nach dieser Reise stellte Köcher seine Bierkrüge ins Eck. Der Wein und seine Geschichte interessierten ihn immer stärker. Gemeinsam mit zwei Freunden hatte er die Idee Weinproduzenten nach Meran zu holen, die drei wollten den eigenen Genuss an ein breiteres Publikum weitergeben. Für diese erste Veranstaltung haben die Freunde auch um einen Landesbeitrag angesucht, beim damaligen Landesrat Bruno Hosp. „Hosp verglich unsere Initiative mit der eines Briefmarkenvereins“, erinnert sich Helmuth Köcher, „Geld gab es keines für uns“. Die Veranstaltung fand dennoch statt, heute ist das Merano Wine Festival im Kurhaus eines der größten Aushängeschilder für Meran.

Beim Sonntagsfrühstück Feuer und Flamme Helmuth Köcher erzählt uns Helmuth Köcher von seinen Erfolgen, aber auch von deren Schattenseiten.