Der Menschenfreund – Seelsorgeamtsleiter Eugen Runggaldier in "Feuer und Flamme"

Eugen Runggaldier ist einer derer, die mit dem Wetter hadern nach dem vergangenen Sommer. Vor allem mittwochs war ihm das Wetter regelmäßig eindeutig zu schlecht, lacht er: „Das ist mein freier Tag der Woche, und nicht ein einziges Mal habe ich es heuer geschafft, mit meinem Vater eine anständige Klettertour daheim in Gröden zu machen!

Den ein oder anderen Klettersteig alleine, das ja, aber nie eine schöne Tour mit meinem Vater!“ Sein Vater, ein Ski- und Bergführer, war es, der ihn schon ganz früh mit der Begeisterung für die Berge und die Natur infiziert hat. Und von den jungen Priestern während seiner Schulzeit am Vinzentinum in Brixen hat Eugen Runggaldier die Begeisterung dafür, Kirche mit zu gestalten. „Anfangs wollten wir Buben dort alle Pfarrer werden. Im Lauf der Schuljahre wurden es dann immer weniger, und am Ende bin ich als einziger übriggeblieben von meinem Jahrgang“, erzählt er.

Heute ist Eugen Runggaldier sicher selbst einer der jungen Geistlichen in Südtirol, die es schaffen, Kinder und Jugendliche für den Glauben und die Kirche zu begeistern – mit seinen wachen Augen, den vielen Lachfältchen, seinem offenen, lebensfrohen Wesen und dieser Art, selbst heikelste Kirchenfragen mutig und modern zu beantworten.

Natürlich hat Seelsorgeamtsleiter Runggaldier als Bub kleine Freundinnen verehrt und ihnen Armbändchen geschenkt, und einer versprach er sogar, sie zu heiraten. „Auf ihrer Hochzeit war ich schlussendlich schon auch mit dabei“, lacht er, „aber nur als Priester, der sie getraut hat!“ Einsame Momente gibt es für ihn ab und zu schon, gibt er zu, am Abend, wenn er heimkommt und die Erlebnisse des Tages gerne mit jemandem bequatschen möchte. „Dann mache ich den Fernseher an, damit zumindest der mit mir spricht“, sagt er schmunzelnd, „oder ich baue vor und verabrede mich mit Freunden in einer Bar. Das hilft immer.“

In den Veranstaltungen der laufenden Diözesansynode sitzt Bischof Muser zwar in der ersten Reihe, für die Moderation ist jedoch Eugen Runggaldier zuständig. Warum Themen wie Zölibat oder Priestermangel und Wiedereingliederung Geschiedener gar nicht die heißesten Eisen der Synode sind, und wie er ganze sechs Jahre lang von Bozen nach Santiago de Compostela gewandert ist, erzählt Seelsorgeamtsleiter Eugen Runggaldier auch am Sonntag in „Feuer und Flamme“ von 10-12 Uhr bei Sarah Bernardi.