Der Bergmensch – der Landesleiter der Bergrettung im AVS, Toni Preindl in "Feuer und Flamme"

Das Bergsteigen ist für Toni Preindl aus Brixen nicht Sport, sondern Lebenseinstellung. „Schon zu Mittelschulzeiten war ich mit meinen Freunden am liebsten in den Pfunderer Bergen zum Mineralien-Suchen unterwegs“, erinnert er sich, und der Alpenverein Südtirol wurde für den gebürtigen Vintler schon früh zur zweiten Familie. Viele Jahre lang war Preindl im Jugendbereich des AVS tätig, jahrelang Leiter der AVS-Jugend, seit 2008 leitet er den AVS-Bergrettungsdienst. Seine Seilpartner sind meist mindestens zehn Jahre jünger als er, von alten Bergkameraden sind nur mehr wenige übrig. Viele haben das Klettern aufgegeben, einige haben dabei ihr Leben verloren.

Toni Preindl ist einer der Vereinsmenschen bei uns im Lande, die nicht gerne im Rampenlicht stehen – lieber in der Sonne auf einem Berggipfel. Einen Großteil der Woche verbringt er auf Achse oder am Berg für die Bergrettung, an freien Tagen lässt er sich gerne von seinen Frau oder seinen drei Kindern auf Tour begleiten. „Für´s Skitourengehen lassen sich meine Kinder am meisten begeistern. Im Laufe meiner vielen Jahre im Jugendsektor habe ich mindestens genauso viel von jungen Leuten am Berg gelernt wie sie von mir“, ist er überzeugt.

Am Berg war Toni Preindl selbst auch nicht immer nur ein Vernünftiger, gesteht er: „Als junger Bursch habe ich in einer Jeans eine Westalpentour auf den Mont Blanc unternommen und bin dabei in einen Wettersturz gekommen.“ Jugendlicher Leichtsinn, auf den er heute alles andere als stolz ist – aber er spricht offen darüber. „Bei der Durchquerung von Neuguinea damals waren wir auch zwei Tage lang ohne Essen unterwegs“, erinnert er sich, „ein paar Obstbäume mit Früchten waren damals unsere Rettung und kamen uns vor wie das Paradies!“

Die Einsätze der Bergrettung in Südtirol sind in den letzten Jahren durch das Aufkommen neuer Sportarten vielseitiger geworden. Alarmierung und Rettung passieren schneller, die Kommunikation hat sich verbessert und die Bergsteiger holen schneller Hilfe. Was die Diskussion über eine verpflichtende Lebensversicherung für sogenannte Risikosportler betrifft, hat Toni Preindl nur einen Eindruck: „Mir kommt vor, da wird ziemlich an der Sache vorbeigeredet“. Wie er das meint, und vieles mehr, erzählt der im April scheidende Landesleiter der Bergrettung im AVS am Sonntag in „Feuer und Flamme“, dem Sonntagsfrühstück auf Südtirol1. (Sonntag, den 25.1.2015, 10-12 Uhr, mit Sarah Bernardi)

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