CD der Woche: Unheilig - Gipfelstürmer

Es soll eigentlich nicht sein Jahr werden, denn es ist Schluss mit geheimnisvoll für Unheilig. Der Graf hat vor einigen Wochen das endgültige Ende verkündet. Vorher gibt er aber nochmal Vollgas.

Viele Jahre und viele Alben lang war Unheilig nur etwas für Szenekenner und Liebhaber. Bei den richtigen Leuten, kamen Sound und Stimme zwar auch damals schon gut an, den großen Schritt ins Rampenlicht schaffte die Band allerdings erst 11 Jahre nach ihrer Gründung. Das Album „Große Freiheit“ mit der Erfolgssingle Geboren um zu leben war 2010 die Messlatte für den ganzen Rest und hielt sich insgesamt über 150 Wochen in den deutschen Albumcharts...davon viele Wochen auf Platz 1. Nun ist es Aus. Das Kapitel Unheilig ist zu Ende...eine letzte Tour noch und das war's. Das letzte Album wurde bereits veröffentlicht und trägt den Titel „Gipfelstürmer“. Viel bezeichnender und gewollt direkt ist der Titel der ersten Single: Zeit zu gehen. Der Graf bedankt sich damit für die vielen wunderbaren Jahre und blickt zurück auf viele Alben, Songs, Erfolge und Tiefschläge. Mit gewohnt sanften und gleichzeitig drückenden Gitarren präsentiert die Band mit diesem Song eine Hymne an sich selbst und an den Abschied im Allgemeinen. Der Graf, Kopf und Stimme des Bandprojekts wirft musikalisch das Handtuch und gibt sich selbst damit wieder Vieles an Glaubwürdigkeit zurück, die er während der Erfolge der letzten Jahre eingebüßt hatte. Charterfolg passt nun mal nicht in das Weltbild eines alternativen Sängers, auch wenn er jahrelang versucht hat sich damit anzufreunden. Alles in Allem ist es ein versöhnlicher Abschied, der den Fans der ersten Stunde eine Art Trostpflaster aufdrückt und sagt: „Vergebt mit die letzten 5 Jahre“...und es ist das Bekenntnis zu der Entwicklung, die die Band in diesen Jahren durchlebt hat. Damit sind Alle zufrieden und Alles wird gut. Bleibt abzuwarten ob sich diese Weltfriedenstimmung auf das Ergebnis des Abschieds auswirkt. So ein Abschied kann mitunter ja immerhin auch mehrere Jahre lang zelebriert werden. 

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