CD der Woche: Sasha - The One

Zurück in die Zukunft. Er ist so etwas wie ein deutscher Robbie Williams...ein sympathischer Unterhalter, der sich Eines traut, was mittlerweile gar nicht mal so selbstverständlich ist wie es scheint: Er macht Popmusik.

Sasha war doch wie die perfekte Inszenierung der 90er Jahre. Er hat mit seinen Ohrwürmern („If you believe“, „I feel lonely“ usw.) ein ganzes deutsches Jahrzehnt geprägt und hat nach Ende des Jahrzehnts selbst die Notbremse gezogen und den Musiker Sasha einstweilen ad Acta gelegt.

Als Rockabilly-König Dick Brave hat Sasha über die vielen folgenden Jahre eine Kunstfigur zelebriert, die aus dem Schnulzensänger plötzlich einen ernstzunehmenden Musiker gemacht hat. Da haben ihn auf einmal auch die Männer der weiblichen Fans für OK befunden. Aber auch diese Figur musste wieder Federn lassen, um dem Musiker Sasha die Möglichkeit zu geben, als sich selbst wieder zurück zu kommen.

Letztes Jahr hat er das dann auch gemacht, hat sich mit der TV Show „Sing meinen Song“ die beste Plattform für ein Comeback gegeben und hat diese Startrampe optimal genutzt. Seit Dezember gibt es das inzwischen sechste Studioalbum von Sasha, auf dem er ein ganz besonderes Kunststück schafft: Er holt seine Popmusik aus den 90ern in die Gegenwart, entstaubt sie von oben bis unten, setzt ihr einen ganz neuen Hut auf und er genießt die neuen Song mit einer Reife, die fast schon an Selbstverständlichkeit grenzt.

Die neuen Songs sind Ohrwürmer wie in besten alten Zeiten...allerdings bekommt der früher oft charakterlose Sasha einen ganz eigenen Anstrich verliehen, der ihn auf Ausflüge ins Reich des Funk mitnimmt, der sich dann auch wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht. Sasha ist inzwischen 42 Jahre alt und längst ein alter Hase im Musikgeschäft.

Das darf man ihm ruhig anhören und das hört man ihm auch an – die Stimme klingt reifer und die Songs vielschichtiger. Dass der Typ hinter den Songs dazu noch ein richtiger Sympathieträger ist, macht das Ganze nicht unbedingt schwieriger.