CD der Woche: Clean Bandit - New Eyes

Ein Streichquartett im Club

Eigentlich sind Clean Bandit ein Streichquartett mit Geigen und Cello. Eigentlich. Denn was in unseren Ohren ankommt ist klarer Dancesound. Und doch bewegen sich die vier Briten in einem Himmel voller Geigen.

Sie spielen Mozart, Beethoven und Bach. Clean Bandit treten nach wie vor als klassisches Streichquartett auf...es macht ihnen Spaß und es ist die Wurzel ihres Erfolgs. Dieser Erfolg liegt bei dieser Formation darin, dass sie es schaffen, den Mix aus Klassik und Dancesounds aus seiner verstaubten Ecke heraus zu holen. Clean Bandit waren bestimmt nicht die Ersten, die sich an diese Art von Crossover herangewagt haben, allerdings sind sie die Ersten, die es weder mit chilligen Loungesounds noch mit bombastischen Überproduktionen versuchen. Stattdessen bedienen sie sich der wohl naheliegendsten musikalischen Erscheinungsform, der Popmusik. Dass dieses Konzept funktionieren könnte, haben die Vier schon vor einigen Jahren während ihrer gemeinsamen Zeit am Jesus College in Cambrige entdeckt. Trotzdem lehnten sie alle Angebote von Vermarktungsrießen wie Warner Music oder Mercury Records ab und veröffentlichten ihre Songs unter ihrem eigenem Label. Schlussendlich sollte es ja die Musik selbst sein, die ihren Weg in die großen Radiostationen Großbritanniens finden sollte. Diesen Weg haben die Songs längst gefunden...Rather be war einer der großen Charthits des letzten Jahres, Extraordinary einer der meistgespielten Clubhits und Real Love entwickelt sich in diesen Wochen zum neuen, vielversprechenden Anlauf Richtung Platz 1. Bereits im Sommer haben Clean Bandit ihr Album „New Eyes“ veröffentlicht...ein Album, das wir zweifellos als Dance- oder Elektroalbum bezeichnen dürfen – mit massenweise Beats und Soundspielereien. Aber es ist irgendwie anders, die Songs irgendwie positiv eigenartig und die Gaststimmen viel mehr passend als glitzernd.