Album Check: Max Giesinger - Der Junge, der rennt

Es gibt so Viele: Mark Forster, Tim Bendzko und Joris sind nur die Spitze eines Deutschpop-Eisbergs. Wie viel Platz ist da noch für junge, neue Künstler mit Deutschpop-Ambitionen? Mindestens ein Platz ist noch da.

Max Giesinger ist das erste Mal in Erscheinung getreten, als er bei der ersten Staffel der Castingshow „The Voice of Germany“ den vierten Platz erreicht hat. Den Rückenwind dieser Aufmerksamkeit konnte er jedoch nicht weiter in die Folgemonate retten. Vielleicht wollte er das auch gar nicht, vielleicht wollte er sich Zeit lassen, rauskommen aus dem Castingshow-Schatten und sein eigenes Ding machen. Sollte das der Plan gewesen sein, dann scheint dieser Plan gerade mehr als aufzugehen.

Mit der Single 80 Millionen hat Max Giesinger schon in den letzten Wochen so viel Lob ernten können, dass der Verkaufsstart des Albums Anfang April zum Fixtermin für Deutschlands Musikinteressierte wurde. „Der Junge der rennt“ hat schlussendlich auch alle Vorschusslorbeeren miternten können und seinen festen Platz in der so überladenen Deutschpop-Welt gerechtfertigt.

Der Musiker macht nicht wirklich großartig was Anderes, als seine Kollegen...aber er schafft es, die Gefühle eines Mittzwanzigers und die Fragen rund um die kleinen und großen Zweifel und Geschichten des Lebens so lebensnah zu erzählen, wie sonst kaum jemand. Er ist ein bisschen wie der Typ, den jeder kennt, der eben im Stande ist die sonst immer unausgesprochenen Gefühle in Worte zu fassen. Dass er es dabei schafft knallhart an jeder Art von poetischer Peinlichkeit vorbei zu texten, macht ihn nicht nur glaubwürdig, sondern vor Allem Höchstinteressant.

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