Album Check: Lemo - Stück für Stück

Erst kam er mit einem Sommerhit. Dann kam er mit noch einem Song. Dann sollte dieser Song für Österreich zum Eurovision Song Contest. Dann sollte er es doch nicht. Dann war es ruhig. Jetzt gibt’s ein Album. Jetzt ist er angekommen.

Dieser Musiker, der sich Lemo nennt, hat eine Fähigkeit, die ihm jede Tür zu Musikkarriere und Herzen öffnet: Er schreibt emotionale Songs, ohne dabei schnulzig zu sein. Er verpackt die tiefsten Gefühle des Lebens in einfache Bilder und Popmelodien und er singt diese Geschichten und Melodien so leicht, laut und kratzig in die Welt hinaus, dass man sich schnell fragt, wer hinter diesen Songs steckt.

Lemo heißt eigentlich Clemens Kinigadner und ist in Graz aufgewachsen. Wie praktisch jeder österreichische Musiker ging auch er irgendwann nach Wien, um dort zuerst das zu studieren, was er später beim ORF als Job gemacht hat: Tontechnik. Doch der kreative Kopf wollte hinter den Reglern und Knöpfen des Produktionsstudios raus. Erstes Erfolgserlebnis war im Sommer 2014 der Sommersong Vielleicht der Sommer, für den Lemo sogar fast einen Amadeus Award als bester Songwriter des Jahres geholt hätte.

Nach einem weiteren Song ohne Album (So leicht, 2015) wurden die Stimmen und Rufe nach Mehr dann doch so laut, dass Lemo einfach ins Studio musste. Vor wenigen Wochen veröffentlichte er schließlich sein Debutalbum „Stück für Stück“, auf dem wir alles hören, was diesen Musiker so einzigartig macht. Am Ende ist es zwar nur noch so ein Singer/Songwriter-Akustikgitarrenpopsänger mit deutschen Texten, aber immerhin ist er das so glaubwürdig und ehrlich, dass es einfach gut tut.