Album Check: Imany - The Wrong Kind Of War

Der Song Don't Be So Shy zieht sich wie ein roter Faden durch diese Sommerwochen. Guter Song, treibende Beats, interessante Sängerin...und da dachten wir, wir wüssten alles über diese Imany. Dabei wissen wir gar nichts. Überhaupt nichts.

Der Titel, der uns diese Imany nahe gebracht hat, der sie in die Radios und Charts katapultiert hat, mag zwar gut sein, aber gleich nochmal so gut ist Imany in den Songs, in denen nicht die Beats sondern die Gefühle ihren ganz großen Auftritt haben. Das Album „The Wrong Kind Of War“ ist gespickt mit solch gefühlvollen Momenten. Und eine Erkenntnis ist gleichzeitig überraschend wie wohlklingend: Imany ist alles andere, als sie in ihrer aktuellen Erfolgssingle zu sein vorgibt. Schuld daran sind die beiden Russischen Djs Filatov und Karas, die mit ihrem Remix dieser Single direkt ins Schwarze des aktuellen Zeitgeists getroffen haben.

Verzichten wir sowohl auf Filatov, als auch auf Karas, streichen wir die Beats aus den Songs, drehen wir die akustischen Instrumente bis zum Anschlag auf und bringen diese so einzigartige, tiefe und tiefenentspannte Stimme in den Vordergrund, dann sind wir bei der echten Imany. Wir hören in jeder Ecke und an jedem Ende, dass die Sängerin in Paris lebt. Die Songs leben, sie fangen ein Lebensgefühl zwischen Romantik und Enttäuschung ein, sie klingen wie moderne Chansons und erzählen tragische Liebesgeschichten.

In Frankreich ist Imany mit ihrer Musik schon seit knapp 6 Jahren unterwegs, hat in den letzten Jahren hauptsächlich als Support Act über 400 Konzerte gespielt und hat bereits 2012 ihr Debütalbum veröffentlicht. Dass am Ende 2 Russische Djs von Nöten waren, um diese so überraschend andere Imany auch wirklich kennen lernen zu dürfen, scheint wohl das Schicksal des Zeitgeists zu sein. Danke Schicksal.