Album Check: Disturbed - Immortalized

Dieser Song ist anders. Er ist so gar nicht das, was wir gewohnt sind im Radio zu hören. Und doch ist er gleichzeitig so vertraut und in unseren Ohren verankert, als wäre er immer schon da gewesen. Er war auch gefühlt immer schon da, nur nicht so.

Als Simon & Garfunkel im Jahre 1964 den Song „The Sound Of Silence“ geschrieben haben, hätten sie wohl im Traum nicht daran gedacht, dass genau dieser Song mehr als ein halbes Jahrhundert später vom alten Superhit zum neuen Superhit wird.

Eine amerikanische Metal-Band hat sich des Songs angenommen und ihn in ein neues Zeitalter gebracht. Und das ist dieser Band so sehr gelungen, dass sie wohl die derzeit einzige Metal-Band der Welt ist, die es in Pop-Clubsound-Zeiten in die Rotationen aller Radioformate schafft. Natürlich klingt der Song also nicht nach einer Metal-Band. Vielmehr fährt die Band Disturbed ein epochal klingendes Aufgebot an Orchesterwänden auf, das dem Song eine bisher ungeahnte Größe verleiht.

Was also steckt hinter diesem einen Cover-Song, der sich in den letzten Wochen so sehr in unsere Gehörgänge gebrannt hat? Die Antwort liefern die Songs auf dem neuen Album „Immortalized“. Und diese Antwort klingt dann teilweise dermaßen anders als „The Sound Of Silence“, dass man es als mutig bezeichnen könnte, das Album nur aufgrund dieser einen Single zu kaufen.

Harte Gitarren, satte Drums, treibende Rhythmen treffen auf eine der durchsetzungsfähigsten Stimmen der Musikwelt. Fans der härteren Gitarrenklänge kennen die Band wahrscheinlich eh schon von ihren bisherigen Alben und Erfolgen...und werden dieses Album als Meilenstein der Band- und Rockgeschichte bezeichnen. Fans von „The Sond Of Silence“ sollten sich vor dem „sich näher mit der Band beschäftigen“ die entscheidende Grundsatzfrage stellen: mutig oder nicht mutig?